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„Malen ist wie Luftholen“

Düsseldorf „Malen ist wie Luftholen“

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz wird heute 75 Jahre alt / Ausstellung im September in der Rostocker Kunsthalle

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Markus Lüpertz vor dem Museum der bildenden Künste in Leipzig neben seiner Skulptur, die Ludwig van Beethoven gewidmet ist.

Quelle: dpa

Düsseldorf. „Malen ist für mich wie Luftholen“, sagt Markus Lüpertz. „Ich brauche es täglich“. Heute wird der Maler, Bildhauer und langjährige Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie 75 Jahre alt.

Lüpertz zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts, ist bekannt für seine großformatigen expressiven Bilder und Skulpturen, aber auch für Kirchenfenster. Mit breitkrempigem Hut, Gehstock, großen Ringen an den Fingern und schwarzem Jackett liebt er die Selbstdarstellung, betreibt mit Lust den eigenen Genie-Kult. Das ihm angehängte Wort „Malerfürst“ finde er „widerlich“, sagte Lüpertz vor kurzem zur Eröffnung der Ausstellung „Kunst, die im Wege steht“ im Duisburger Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Er habe es nicht erfunden. „Das eine Bild kommt immer aus dem anderen. Die Arbeit in ihrem Scheitern bringt das nächste Werk hervor“, beschreibt er sein Schaffen. Dadurch, dass der Künstler immer nach dem Perfekten strebe, sei das Scheitern seiner Kunst vorprogrammiert — und er bleibe „dazu verdammt, Kunst zu machen. Das ist sozusagen ein Fluch“.

An dem 1941 in Reichenberg im damaligen Böhmen geborenen Lüpertz scheiden sich die Geister. Seine großen Gesten machten ihn berühmt und berüchtigt. Vor allem seine als Kunst im öffentlichen Raum platzierten Skulpturen sind für nicht wenige eine Zumutung. In Salzburg wurde seine Mozart-Statue — ein weiblicher Torso mit Mozart-Büste — beschmiert. In Bonn wurde 2014 seine rund 2,70 Meter hohe Beethoven-Skulptur enthüllt, ein leidender Koloss ohne Arme mit nur einem Bein.

Lüpertz‘ Karriere begann holprig. Nach der Flucht der Familie 1948 ins Rheinland scheiterte eine Lehre als Maler für Weinflaschen-

etiketten angeblich an fehlendem Talent. Als 17-Jähriger flüchtete er nach eigenen Angaben aus der Fremdenlegion. Nach einem Jahr Maloche unter Tage in einer Kohlenzeche studierte er bis 1961 für ein Semester an der Düsseldorfer Akademie. Dann sei er exmatrikuliert worden „wegen einer Schlägerei“, so Lüpertz. Seitdem arbeitete er als freischaffender Künstler.

Auch in der Rostocker Kunsthalle werden im September Bilder, Skulpturen und Zeichnungen Lüpertz‘ zu sehen sein. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann: „Der Malerfürst ist einer der ganz großen zeitgenössischen Künstler Deutschlands und eine schillernde Persönlichkeit.“ Andreas Rehnolt/Dorothea Hülsmeier/bü

OZ

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