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Malkünste des Kaspar Hauser

Ansbach Malkünste des Kaspar Hauser

Die mysteriöse Geschichte um Kaspar Hauser sorgt immer wieder für Aufsehen. Nun wird den Zeichenkünsten des berühmten Findelkinds im mittelfränkischen Ansbach eine Sonderausstellung gewidmet.

Ansbach. Die mysteriöse Geschichte um Kaspar Hauser sorgt immer wieder für Aufsehen. Nun wird den Zeichenkünsten des berühmten Findelkinds im mittelfränkischen Ansbach eine Sonderausstellung gewidmet. Eine Reise in die Biedermeier-Zeit. Eine romantische Ader muss das berühmte Findelkind Kaspar Hauser gehabt haben: Zu selbst gedichteten Versen malte der Findling kunstvoll Rosen. Außerdem zeichnete Hauser kleine Bildchen mit geheimer Codesprache, die dann an die Damenwelt weitergegeben wurden. Die aufwendig gemalten Äste eines Baums konnten so zum Beispiel für Uhrzeiger stehen. Die Botschaft eines objektiv simplen Pflaumenbaums lautete also: Treffen um 15 Uhr unter dem Pflaumenbaum.

Zu sehen sind die Hauser-Werke nun in einer Sonderausstellung im Ansbacher Markgrafenmuseum (Mittelfranken) bis zum 4. September. Die 20 teils neu entdeckten Zeichnungen zeigen, wie Hauser mit Schablonen umgehen konnte und so mühevoll teils kunstvolle Aquarelle – meist von Früchte- und Blumenstillleben – anfertigte. „Eigentlich typischer Biedermeier-Kitsch, überall Dekor und Blüten“, kommentiert Museumsleiter und Ausstellungskurator Wolfgang Reddig. Tatsächlich sind die Zeichnungen typische Exemplare der zu Hausers Lebzeiten (1812-1833) typischen Biedermeier-Kunst im realistischen Stil. Wie viele Bilder Hauser gezeichnet hat, wisse man nicht. Die Werke seien „diszipliniert“ gezeichnet, also wenig spontan und impulsiv.

Vor dem Hintergrund der Geschichte Hausers sind seine Werke aber umso beachtlicher. Als 16-Jähriger war er im Jahr 1828 in Nürnberg ungelenk wankend und verwirrt aufgegriffen worden – angeblich bis dahin aufgewachsen in einem Verlies bei Wasser und Brot und ohne Kontakte zur Außenwelt. Das Rätsel um seine Herkunft ist bis heute ungelöst. Im Dezember 1831 zog Hauser dann nach Ansbach. Schon zwei Jahre später starb er – wenige Tage nach einer angeblichen Messerattacke im Ansbacher Hofgarten. Erst ein Erbgut-Vergleich im Jahr 1996 sorgte für eine Entzauberung der Theorie, Hauser sei ein verstoßener badischer Erbprinz gewesen.

OZ

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