Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Malkünste des Kaspar Hauser
Nachrichten Kultur Malkünste des Kaspar Hauser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 28.07.2016

Die mysteriöse Geschichte um Kaspar Hauser sorgt immer wieder für Aufsehen. Nun wird den Zeichenkünsten des berühmten Findelkinds im mittelfränkischen Ansbach eine Sonderausstellung gewidmet. Eine Reise in die Biedermeier-Zeit. Eine romantische Ader muss das berühmte Findelkind Kaspar Hauser gehabt haben: Zu selbst gedichteten Versen malte der Findling kunstvoll Rosen. Außerdem zeichnete Hauser kleine Bildchen mit geheimer Codesprache, die dann an die Damenwelt weitergegeben wurden. Die aufwendig gemalten Äste eines Baums konnten so zum Beispiel für Uhrzeiger stehen. Die Botschaft eines objektiv simplen Pflaumenbaums lautete also: Treffen um 15 Uhr unter dem Pflaumenbaum.

Zu sehen sind die Hauser-Werke nun in einer Sonderausstellung im Ansbacher Markgrafenmuseum (Mittelfranken) bis zum 4. September. Die 20 teils neu entdeckten Zeichnungen zeigen, wie Hauser mit Schablonen umgehen konnte und so mühevoll teils kunstvolle Aquarelle – meist von Früchte- und Blumenstillleben – anfertigte. „Eigentlich typischer Biedermeier-Kitsch, überall Dekor und Blüten“, kommentiert Museumsleiter und Ausstellungskurator Wolfgang Reddig. Tatsächlich sind die Zeichnungen typische Exemplare der zu Hausers Lebzeiten (1812-1833) typischen Biedermeier-Kunst im realistischen Stil. Wie viele Bilder Hauser gezeichnet hat, wisse man nicht. Die Werke seien „diszipliniert“ gezeichnet, also wenig spontan und impulsiv.

Vor dem Hintergrund der Geschichte Hausers sind seine Werke aber umso beachtlicher. Als 16-Jähriger war er im Jahr 1828 in Nürnberg ungelenk wankend und verwirrt aufgegriffen worden – angeblich bis dahin aufgewachsen in einem Verlies bei Wasser und Brot und ohne Kontakte zur Außenwelt. Das Rätsel um seine Herkunft ist bis heute ungelöst. Im Dezember 1831 zog Hauser dann nach Ansbach. Schon zwei Jahre später starb er – wenige Tage nach einer angeblichen Messerattacke im Ansbacher Hofgarten. Erst ein Erbgut-Vergleich im Jahr 1996 sorgte für eine Entzauberung der Theorie, Hauser sei ein verstoßener badischer Erbprinz gewesen.

OZ

Mehr zum Thema

Erst Nizza, dann die Axt-Attacke bei Würzburg und nun Schüsse in München. Mindestens acht Tote, eine unbekannte Anzahl an Verletzten. Eine „akute Terrorlage“, sagt die Polizei. Angst, Unruhe und Panik machen sich überall in der bayerischen Landeshauptstadt breit.

23.07.2016

OZ-Interviews zur Landtagswahl: Helmut Holter (Linke) verspricht mehr Impulse für die Wirtschaft und Jobs für Langzeitarbeitslose.

01.08.2016

Erst vor kurzem ist das umstrittene Kulturgutschutzgesetz verabschiedet worden. Manche Museen in Deutschland bekommen die Folgen schon zu spüren - andere reagieren gelassen.

25.07.2016

Auf dem Stock-Car-Gelände gibt es im August einen dreitägigen internationalen Party-Marathon

28.07.2016

Im Mecklenburger Hallenhaus des Iga-Parks wird Dr. Jutta Merkord ihre Diashow „Faszinierendes Asien – eine Reise durch Myanmar, Laos und Kambodscha“ zeigen.

28.07.2016

Das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern unter der Leitung von Stanley Dodds nimmt das Publikum am Mittwoch, 3.

28.07.2016
Anzeige