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Maren Ade am Ende einer langen „Toni Erdmann“-Reise

Oscar-Verleihung Maren Ade am Ende einer langen „Toni Erdmann“-Reise

Die Oscar-Nacht als Höhepunkt einer langen Preissaison für Maren Ade und ihren Vater-Tochter-Film „Toni Erdmann“: Die deutsche Regisseurin freut sich auch darauf, wenn wieder Ruhe einkehrt.

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Maren Ade freut sich auf die Ruhe nach dem ganzen Oscar-Wirbel.

Quelle: Richard Shotwell/invision

Los Angeles. Maren Ade ist in den letzten 24 Stunden vor der Oscar-Gala noch auf Partys, Film-Empfängen und Preisverleihungen unterwegs.

Gemeinsam mit den anderen für den Auslands-Oscar nominierten Regisseuren hat Ade auch ein Statement für Weltoffenheit unterzeichnet. Die Filmemacher verurteilen darin ein „Klima von Fanatismus und Nationalismus“ in den USA und in vielen anderen Ländern. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi („The Salesman“) hat aus Protest gegen verschärfte Einreisebedingungen in den USA seine Teilnahme an der Preisverleihung abgesagt.

Frage: Wie kam es zu der gemeinsamen Erklärung der Filmemacher?

Antwort: Das hat sich seit ein paar Wochen hochgeschaukelt. Das ist etwas, das uns alle in der Foreign-Film-Sparte betrifft und das wollten wir gerne zum Ausdruck bringen. Es ist im Moment in den USA ein großes Thema, aber auch in vielen anderen Ländern. Wir müssen uns da gar nicht überlegen fühlen, denke ich. Die Einteilung nach Nationalitäten, Geschlechtern, Hautfarben - das ist letztlich etwas das verachtenswert ist und Angst erzeugt.

Frage: Ist Politik auf der Oscar-Bühne angebracht?

Antwort: Ich finde es schon gut, wenn man die Redezeit nutzt und das zum Ausdruck bringt. Man muss es halt gut machen. Meryl Streep hat es bei den Golden Globes sehr gut gemacht. Man muss sich da schon sehr sicher sein, dass man das auch kann.

Frage: Haben Sie schon eine Dankesrede geschrieben?

Antwort: Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn man ein bisschen locker bleibt. Man weiss ja wirklich nicht, ob man gewinnt. Na klar, man überlegt sich ein bisschen was, aber ich habe keine flammende Rede vorbereitet.

Frage: Es gibt Stimmen, dass der Oscar-Boykott von Asghar Farhadi ihm vielleicht einen Sieg beschert. Halten sie das für möglich?

Antwort: Farhadi ist ein toller Filmemacher. Ich sehe das hier nicht als einen kulturellen Wettbewerb. Wenn man mit den anderen Regisseuren Zeit verbringt, empfindet man das wirklich nicht so. Ich persönlich brauche als Filmemacherin Diversität und verschiedenartige Filme, um selber welche machen zu können. Für mich ist jetzt eigentlich schon alles gewonnen.

Frage: „Toni Erdmann“ kommt in den USA recht gut an. Wie erklären sie sich diesen Erfolg?

Antwort: Das ist schwer zu erklären. Wenn ich einen Film mache, denke ich wirklich nicht darüber nach, was ich tun muss, damit er erfolgreich wird. Ich glaube aber, dass „Toni Erdmann“ einen universellen Kern hat, vielleicht weil es um ein Familienthema geht. Ich freue mich jedenfalls sehr über den Erfolg hier.

Frage: Er fing im vorigen Jahr mit Cannes an. Reicht es Ihnen bald?

Antwort: Ja, es reicht. Ich freue mich wirklich auf Montag. Es war toll und es hat auch Spaß gemacht. Ich war natürlich auch in vielen Ländern und habe viele Interviews gegeben. Und irgendwann dachte ich dann schon, wenn mich jetzt noch einmal jemand fragt „Warum Rumänien?“ oder so, dann reicht es mir wirklich.

ZUR PERSON: Maren Ade, 1976 in Karlsruhe geboren, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Ihr Abschlussfilm „Der Wald vor lauter Bäumen“ (2003) über eine idealistische, aber überforderte Lehrerin gewann international Preise. 2009 folgte das Beziehungsdrama „Alle Anderen“ mit Birgit Minichmayr und Lars Eidinger als Paar in der Krise. Ade wurde dafür bei der Berlinale mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. „Toni Erdmann“ ist ihr dritter Spielfilm. Ade (40) lebt mit ihrem Partner und zwei Kindern in Berlin.

dpa

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