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Kultur Max Uhlig in der Alten Schule
Nachrichten Kultur Max Uhlig in der Alten Schule
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00:00 25.10.2018
Karina Suhren vor dem Gemälde „Arbres devant Rouge-ocre“ (Bäume vor Rot-Ocker) von Max Uhlig. Quelle: Foto: Elke Erdmann
Ahrenshoop

Man muss nicht erst nach Dresden, New York, St. Louis, Paris oder Wien reisen, um Ölgemälde und Aquarelle des Dresdener Malers Max Uhlig zu sehen. Die Galerie Alte Schule in Ahrenshoop lädt noch bis zum 4. November zum Betrachten der ungewöhnlichen Landschaften des Künstlers ein. Sie entsprechen nicht den üblichen Sehgewohnheiten, wirken unruhig, doch sehr kraftvoll. Es ist, als schaue man durch ein Dickicht auf das Motiv.

Mit einem Katalog in deutscher und englischer Sprache „Max Uhlig-landschaften /landscapes“ ehrt Galerist Robert Dämmig den Künstler. Er schreibt: „Nicht das Wiedererkennbare der Landschaft steht im Mittelpunkt des künstlerischen Prozesses, vielmehr ist es die Annäherung an Stimmungen im Moment des Betrachtens.“ Man könnte denken, dass die Bilder im Atelier entstehen, doch sah man Max Uhlig bepackt mit Malutensilien und großen Leinwänden „zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs durch Mecklenburg über sandige Wege, steinige Hügel und Strände auf der Suche nach seinen Motiven.“ Er fand sie beispielsweise an der Rügenküste bei Glowe im April 1983, auf Georgshöhe bei Penzlin 1984 und am Rügener Steinstrand. Dünen und Meer waren ihm stets Inspirationsquelle. Besonders beeindruckend ist sein Aquarell auf Japanpapier „Regentag am Gebirgskamm“. Nach der politischen Wende kamen südfranzösische Landschaften hinzu wie 1994 sein Aquarell „Nuages de Mistral sur la Paysage“, Wolken des Mistrals auf Paysage, oder in Öl auf Leinwand „Arbres devant Rouge-ocre“, 2003, Bäume vor Rot-Ocker.

Der 1937 in Dresden geborene Max Uhlig absolvierte zunächst eine Lehre als Grafischer Zeichner, arbeitete als Schriftzeichner an der Technischen Universität Dresden. Er schloss ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Hans Theo Richter und Max Schwimmer an und war von 1961-1963 Meisterschüler bei Hans Theo Richter an der Deutschen Akademie der Künste Berlin. Der akademisch geprägte Künstler fand früh zu einer eigenwilligen Bildsprache, die sich auch in seinen Porträts zeigt. Schon 1977/78 auf der VIII. Kunstausstellung der DDR in Dresden war Max Uhlig mit der Lithografie „Männerkopf“, 1976, vertreten. Diese Malart hat er beibehalten, wie auch sein „Selbst in nächtlichem Licht“, Juni 1987, Tusche auf Japanpapier zeigt. Alle Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Struktur und Rhythmen aus, die wie zufällig scheinen. Man müsste das Schwarz anheben, um darunter zu sehen.

„Die Resonanz auf die Bilder ist groß“, sagt Mitarbeiterin Karina Suhren, die ihren Bachelor of Arts in Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität in Greifswald ablegte. „Bei Landschaften und Porträts geht es Max Uhlig um den Charakter und das Wesen. Er komprimiert die Farben. Je länger man die Bilder ansieht, desto interessanter werden sie und verlieren ihren Reiz über viele Jahre nicht.“ Der Künstler hat sein gesamtes Werk in Dresden in eine Stiftung gegeben.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Elke Erdmann

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