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„Mechaje“ bedeutet höchster Genuss

Rostock „Mechaje“ bedeutet höchster Genuss

Das einzige jüdische Theater im Nordosten Deutschlands lädt in Rostock zum Tag der offenen Tür. Im Herbst gastiert es in Moskau.

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Geh�ren zum Jugendtheater Mechaje: Olena Davydova (23, links), Kataryna Sheremetyeva (11) und Konstantin Magankov (17).

Quelle: OVE ARSCHOLL

Rostock. Sechs Tage lang, so heißt es, soll Gott die Welt und den Menschen geschaffen haben. Und vielleicht schuf er ja, bevor er für den siebenten Tag Ruhe anordnete, noch schnell das Theater.

Aus der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments heraus wurde oft fantasievoll fabuliert. Jetzt nutzt auch das Jugendtheaterstudio des Rostocker jüdischen Theaters diese Idee und erzählt eine „Schöpfungsgeschichte“ des Theaters „Mechaje“: Am ersten Tag entstand eine Bühne, dann Bühnenbild, Kostüme, am sechsten die Schauspieler. Und wer ist dabei Gott? „Na der Regisseur“, sagt Theaterleiter Michail Beitman-Kortchagin (54) und lacht. „Aber nur im Sketch, in Wirklichkeit bin ich als Regisseur natürlich nicht Gott, höchstens der Chef.“

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Michail Beitman- Korchagin (54)

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An diesem Sonntag stellt das Theater „Mechaje“ mit einem Tag der offenen Tür viele Facetten seiner Arbeit vor. In der 15. Saison des einzigen jüdischen Theaters in Mecklenburg-Vorpommern präsentieren sich der Kinderzirkus „Wölkchen“, das Jugendtheaterstudio und die einstigen Gründer Michail und Marina Beitman.

„2011 und 2012 waren für uns finanziell schwierig. Denn wir müssen die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern stets neu überzeugen, unsere einzelnen Projekte zu fördern“, erklärt Michael Beitman-Kortchagin. Davon ließen sie sich jedoch nicht entmutigen. Mit dem Tag der offenen Tür will das Theater ein breites Publikum für jüdische Tradition, Schauspielkunst und Kultur begeistern.

Zum Auftakt zeigt der Kinderzirkus „Wölkchen“ (4-11 Jahre) am Sonntag um 12.00 Uhr Akrobatik voller Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. Äquilibristik und Clownerie runden das Programm ab. Anschließend tritt das Jugendtheaterstudio auf. Als Höhepunkt präsentieren die Beitmans am Nachmittag im Musik-Theater-Salon jiddische Lieder und Klezmer-Melodien aus ihren unterschiedlichen Konzertprogrammen.

„Mechaje“ (Wunderbar) stammt aus dem Aramäischen und drückt höchsten Genuss aus. Den verspricht auch das Theater. Der gläserne Musik-Theater-Salon in der Langen Straße 9 steht zugleich symbolisch für das künstlerische Selbstverständnis der Beitmans: modern, transparent und offen für Einflüsse verschiedener Kulturen. So vermischen sich beim Theater „Mechaje“ die künstlerisch-theatralische Ausbildung der überwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion eingewanderten Künstler mit jüdischer Tradition und dem modernen Alltagsleben in Deutschland.

Seit seiner Gründung war das Theater viel unterwegs, allein im letzten Jahr bei über 80 Gastauftritten in ganz Deutschland. Auch in diesem Jahr wird „Mechaje“ viel unterwegs sein. Im November widmen sie der legendären jüdischen Schauspielerin und Sängerin Sidi Tal (1912-1983) ein selbst verfasstes Theaterstück „Schalom, Sidi!“ Außerdem gastiert das Ensemble mit „Elkas Gold“ und „Garten“ von Josef Bar-Josef in Moskau.

Programm im Musik-Theater-Salon
Das Theater „Mechaje“ spielt beim ersten Tag der offenen Tür an zwei Standorten:

Im Probenraum (Lange Straße 15, An der Oberkante) tritt ab 12 Uhr der Kinderzirkus „Wölkchen“ auf. 13.30 Uhr stellt dort das Theaterstudio des „Mechaje“-Nachwuchses Szenen eines eigenen Projektes vor.

Im Musik-Theater-Salon (Lange Straße 9, An der Oberkante) präsentiert ab 15 Uhr das Theater „Mechaje“ Lieder und jüdische Melodien aus unterschiedlichen Konzertprogrammen seiner 15-jährigen Geschichte.

Weitere Termine in „Mechajes“ Musik-Theater-Salon:

21. April, 17.00 Uhr: Inge Mandos (Hamburg) mit jiddischen Volksliedern und Theaterliedern.

1. Mai, 19.00 Uhr: Marina Beitman singt mit dem Motto „Podmoskownie wetschera“ (Moskauer Nächte), am Klavier Swjatoslav Tscharkovskij.

12. Mai, 16.00 Uhr: Pianist Jewgenij Potschjekujew spielt „Felix Mendelssohn — ein vergessenes Genie“.

21. Mai, 19.00 Uhr: „Klezmer aus dem Paradies“, mit Luitgard Schwarzkopf und Jürgen Plato.

Christina Damdinsuren

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