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Mehr als nur „Fresenhof“ – Knut Kiesewetter wird heute 75 Jahre alt

Garding Mehr als nur „Fresenhof“ – Knut Kiesewetter wird heute 75 Jahre alt

. Der „Fresenhof“ bei Husum war ja eine Ruine. Und wenn es nicht August gewesen wäre und der Himmel nicht so blau, hätte Knut Kiesewetter ihn vielleicht gar nicht gekauft.

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Der Lieder- macher Knut Kiesewetter

Quelle: Peter Intelmann

Garding. . Der „Fresenhof“ bei Husum war ja eine Ruine. Und wenn es nicht August gewesen wäre und der Himmel nicht so blau, hätte Knut Kiesewetter ihn vielleicht gar nicht gekauft. Aber so passte es irgendwie, und dann hatte er plötzlich einen Begleiter fürs Leben. „Leeder vun mien Fresenhof“ hieß das Album, das er 1976 veröffentlichte. 13 Lieder, plattdeutsch, friesisch, alle selbst geschrieben. Es war seine erste Goldene Schallplatte, im Übrigen auch die einzige, und sie machte ihn einschlägig bekannt. Aber Knut Kiesewetter war nicht nur der Mann vom deutschen Folk. Er war Jazzsänger und Jazzposaunist, auch international vielfach geehrt. Er hat Hannes Wader entdeckt und produziert. Er hat moderiert und hatte Sendungen im Fernsehen. Er hat sich in Reeperbahn-Clubs die Bühne mit vier jungen Engländern geteilt, die nachher als Beatles zum Erfolg kamen. Er war Professor in Hamburg und hat insgesamt 50 Alben veröffentlicht. Und jetzt sitzt er hier in Garding in seinem Haus und sieht sich das Treiben von außen an. Wobei sich das mit dem Sehen so leicht sagt. Knut Kiesewetter ist fast blind. Seit seine Frau im vergangenen Jahr starb, lebt er allein. Aber er kommt gut zurecht.

Er war drei, als die Familie im Krieg auf der Flucht nach Garding kam. Und er ging zur Schule, als sein Bruder Hartmut eine LouisArmstrong-Platte mit nach Hause brachte, auf der jemand Posaune spielte und sang. Es war Jazz und für Kiesewetter war es eine Offenbarung. Er wollte Musiker werden, kaufte sich eine Posaune und machte Tanzmusik. Mit 19 veröffentlichte er seine erste Platte und studierte an der Musikhochschule in Lübeck und dann in Hamburg. Er wurde bekannt und machte eine erstaunliche Jazz-Karriere.

Den jungen Udo Lindenberg als Schlagzeuger in seiner Band fand er gar nicht schlecht. 1971 kauften sie den „Fresenhof“ in der Marsch. Kiesewetter hatte auf einem Album schon ein friesisches und ein plattdeutsches Stück veröffentlicht, aber die Plattenfirma war nicht überzeugt. Das änderte sich, als plötzlich 40000 Vorbestellungen aufliefen. Der Mann vom Jazz hatte etwas Neues entdeckt und mit dem Lied „Fresenhof“ eine Stimmung und ein Gefühl beschrieben, worin sich viele wiederfanden. Kiesewetter führt heute ein ruhiges Leben in Garding.

Fernab vom Trubel. Wenn im Oktober sein Buch erscheint, will er damit auf Tour gehen. Aber er kann auf den Betrieb auch gut verzichten. „Er fehlt mir nicht“, sagt er. „Ganz und gar nicht.“

Peter Intelmann

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