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02:22 29.06.2016

. Er war der Riesenkerl mit Bart, dem ein Fausthieb auf des Gegners Kopf genügte, um kurzen Prozess zu machen. Richtig schlimm verletzt war am Ende niemand. Zusammen mit seinem Partner Terence Hill wurde Bud Spencer in den Haudrauf-Filmen der 1970er Jahre zum Kult-Duo auf der Leinwand. Doch das ist nur die eine Seite des facettenreichen Lebens. Der Ruhm als Prügelheld stand nicht am Anfang seines Wirkens. Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder – all dies hätte gut und gern auf der Visitenkarte des Italieners stehen können.

Als Spross einer Industriellen-Familie in Neapel geboren, machte sich Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, in den 50ern zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Selbst bei den Olympischen  Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er am Start.

Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Wieder in Rom, studierte er einige Semester Jura. Er war Bibliothekar in Uruguay und Autohändler in Venezuela. Zurück in Italien, brachte ihn sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt.

Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit, die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso Bud Spencer? „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärte der bullige Mime einmal seinen Künstlernamen.

Das Erfolgsrezept lag im Zusammenspiel mit Filmpartner Terence Hill, dem schlanken Schönen mit den eisblauen Augen. Der eine, Hill, war chic, clever und stark.

Der andere, Spencer, ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und dickköpfig.

Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Zwei Missionare“ usw. Einfallsreicher wurden die Filme nicht gerade, aber das Rezept stimmte. Das Publikum war begeistert. Die Schlägereien wurden ausgiebiger und Bud Spencer schwerer. „Irgendwann wog ich 160 Kilo. Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah“, erzählte der Koloss einmal.

Dem Sender Tele5 sagte er: „Ich habe bei meinen Filmen nie ein Kind aus dem Kino rennen sehen. Die Kinder lachen, weil sie die Gewalt nicht ernst nehmen.“ Und so bringt es etwa der „Corriere della Sera“ über den „guten Riesen“ auf den Punkt: „Verehrt von jungen Leuten in jedem Land, weil er seine Angelegenheiten prügelnd löste.“ Denn wirklich blutig wurde es am Ende nie. Bud Spencer habe es in seiner langen Karriere geschafft, „ganze Generationen zu unterhalten“, würdigte Italiens Kulturminister Dario Franceschini Spencer.

Bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor etwa fünf Jahren sagte er dennoch: „Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens.“

In jüngster Zeit hatte Bud Spencer die sozialen Netzwerke für sich entdeckt – liebevoll sprach er von „Facebud“. Auf der Facebook-Seite stand am Montagabend: „Mit unserem tiefsten Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass Bud zu seiner nächsten Reise aufgebrochen ist.“ Der Filmstar starb im Alter von 86 Jahren. Spencer war ein Familienmensch: 1960 heiratete das Multi-Talent. Mit seiner Frau Maria blieb er bis zum Schluss zusammen, das Paar hat drei Kinder.

Daniel Rademacher

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