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Kultur „Meine schönste Zeit war Bayreuth“ : Heldenbariton Theo Adam wird 90
Nachrichten Kultur „Meine schönste Zeit war Bayreuth“ : Heldenbariton Theo Adam wird 90
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00:00 27.07.2016
Kammersänger Theo Adam Quelle: dpa/Archiv

. Amfortas, Fasolt und Wotan: Fast 30 Jahre hat Bassbariton Theo Adam auf dem Grünen Hügel in Bayreuth brilliert. In 13 Jahren war er der Wotan in Wieland Wagners „Ring“-Inszenierung – und Heldenbariton. Zwischen 1952 und 1980 sang er an der einstigen Wirkungsstätte von Komponist Richard Wagner (1813-1883) auch König Heinrich im „Lohengrin“, den Landgrafen im „Tannhäuser“, Amfortas im „Parsifal“ und Fasolt im „Rheingold“. 1974 debütierte er in den „Meistersingern“ am Münchner Nationaltheater als Hans Sachs.

Für Adam, der am nächsten Montag 90 Jahre alt wird, war es die Glanzrolle unter weit mehr als 100 Partien. „Meine schönste Zeit war eindeutig Bayreuth“, sagte der Sänger vor zehn Jahren. 70 Jahre hat der Sohn eines Dekorationsmalers alles aus seiner Stimme herausgeholt, fast 60 Jahre auf den Opernbühnen der Welt gestanden. Am 30. November 2006 beendete der Kammersänger seine Karriere genauso, wie sie Weihnachten 1949 begann – als Eremit in Webers „Freischütz“ in der Semperoper.

Mit 80 sei es genug, befand er damals. Fortan sollten eigene Bedürfnisse den Alltag des Sängers bestimmen. „Ich will mein Leben genießen an der Seite meiner Frau“, hatte er diesen Schritt begründet. Tatsächlich besuchte das Paar fortan Theater, Konzerte, Ausstellungen, reiste zu Festspielen. Seit einigen Jahren aber fehlt der markante weiße Haarschopf in der Öffentlichkeit. „Mein Mann ist im Pflegeheim“, erklärt Eleonore Adam. Mehr will sie nicht sagen, wie beim Rückzug ins Private beschlossen.

Ihr Mann gehörte seit 1937 dem Dresdner Kreuzchor an, was er als persönliches Glück bezeichnete. Nach dem Krieg arbeitete er als Lehrer und studierte nebenher Gesang beim früheren Heldentenor Rudolf Dittrich. Der Umfang seiner Stimme erlaubte Rollen als dramatischer Bass- und Heldenbariton ebenso wie Modernes. Unter Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Karl Böhm, Herbert von Karajan und Franz Konwitschny sang er mehr als 100 Schallplatten mit Arien, Kantaten, Oratorien, Messen, Passionen und Liedern ein. Der vielfach ausgezeichnete Künstler moderierte zudem im DDR-Fernsehen und engagierte sich als Jurymitglied bei Musikwettbewerben. „Fleiß, Selbstkontrolle, Disziplin und vor allem mit den Füßen auf dem Boden bleiben“, riet er immer den jungen Sängern.

Simona Block

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