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Mensching & Wenzel in Rostock wiedervereint

Rostock Mensching & Wenzel in Rostock wiedervereint

Endlich wieder Weh und Meh, das großartige Anarcho-Dada-Clownsduo der Nation, das sich „nicht protestkonform“ einordnen will in den telegenen deutschen Kleinkunst-Mainstream.

Rostock. Endlich wieder Weh und Meh, das großartige Anarcho-Dada-Clownsduo der Nation, das sich „nicht protestkonform“ einordnen will in den telegenen deutschen Kleinkunst-Mainstream. Jetzt wollen die beiden die Demokratie retten, um die machen sie sich nämlich Tag und Nacht Sorgen, wie sie betonen. Darum lassen sie das Publikum einen Refrain „Wir retten die Demokratie! Aber wie? Aber wie?“ singen, der aber so dada-verklausuliert ist, dass sich schon Mitsingen als zu kompliziert erweist.

Sie sind wieder da: Nach 16 Jahren, in denen Weh, Steffen Mensching (57), und Meh, Hans-Eckardt Wenzel (61), auf getrennten Pfaden wandelten (Ersterer als Theaterintendant in Rudolstadt, Letzterer als Sänger). Wiederveinigt nur für fünf Auftritte – der zweite nach der Berliner Premiere vom Freitag war am Samstagabend im ausverkauften und am Ende von begeistertem Applaus erfüllten Volkstheater Rostock zu erleben.

Weh & Meh kamen, wie man sie kennt seit „Hammer-Rehwü“, „Sichel-Operette“ oder „Letztes (bzw. Allerletztes) aus der DaDaeR“: Zwei in den Stürmen der Geschichte zerzauste Burschen bieten absurde Verwirrspiele, geistige Kopfstände und zeigen mit jeder Szene, dass der Sinn des Nonsens nicht Unsinn ist, sondern tieferer Sinn. Sie zeigen’s sogar mit handfesten Resultaten: Der Mensch und die Welt werden besser, singen sie (natürlich ironisch); und: Wir müssen nochmal das Fahrrad erfinden.

Zuvor allerdings herrschte düsterer Humor: Es sei nämlich „alles Scheiße“. Und wie sie da so auf der Bühne herumstolpern, quasi in jeder Zeile den Lifestyle des reichen Westens mit dem Elend anderer Weltteile konstrastieren, Yoga für den Welthunger propagieren, überhaupt nach paradoxen privaten Lösungen suchen (Alkohol? Oder gar ein „ganz neuer Ansatz“?), wie sie sich mit gegenseitigen Ordensverleihungen niederstechen oder anderen Quatsch spielen – bis zu einer Bundespräsidenten-Nummer: Da lassen sie die Verhältnisse metaphorisch tanzen.

Und wenn sie ihr altes Liedchen „Sie werden kommen“ anstimmen, seit Anfang der 90er Jahre im Programm, dann mag die Prophetie über die kommenden Flüchtlingsbewegungen erschrecken. Da hilft nur eins:

das Fahrrad neu erfinden, sprich: Gesellschaft neu, anders denken.

Dietrich Pätzold

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