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Mini-Museum in Wolfsburg zeigt Schokoladen-Kunst

Wolfsburg Mini-Museum in Wolfsburg zeigt Schokoladen-Kunst

Passen Werke von Meret Oppenheim, Joseph Beuys und sieben anderen Künstler in einen Kasten von gerade mal einem viertel Kubikmeter? In Wolfsburg zeigt das Kunstmuseum genau das.

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Die Ausstellung „La Broyeuse de chocolat“ im Mini-Museum „Kunsthalle Marcel Duchamp“.

Quelle: Holger Hollemann

Wolfsburg. Eine Kunsthalle stellt man sich eigentlich ein bisschen größer vor. Und begehbar. Beides ist der schlichte Kasten, der seit Donnerstag vor dem Wolfsburger Kunstmuseum steht, nicht.

Aber dennoch hat die „Kunsthalle Marcel Duchamp“ viel zu bieten: Durch fünf Gucklöcher können Besucher in das vielleicht kleinste Museum der Welt schauen und Miniatur-Werke von Joseph Beuys, Meret Oppenheim oder Marcel Duchamp betrachten. Nach Stationen am Genfer See und in Darmstadt steht das Mini-Museum nun in Wolfsburg.

Auf zwei Ebenen finden sich neun Werke, die im Zusammenhang mit Marcel Duchamps Gemälde „Schokoladenreibe“ stehen: Da stapeln sich Pralinen-Kugeln von Sonja Alhäuser vor Robert Gobers Tapete „Male and Female Genital Wallpaper“, die ein Muster aus weiblichen und männlichen Geschlechtsteilen zeigt. Und das untere Stockwerk schmücken Schokoladen-Siebdrucke des Amerikaners Ed Ruscha.

„Die Ausstellung ist ein Spiel über künstlerische Urheberschaft“, erklärt Kurator und Künstler Stefan Banz. Denn natürlich sind die Kunstwerke ursprünglich nicht alle im Mini-Format entstanden. Banz und die zweite Ideengeberin der Kunsthalle, Caroline Bachmann, haben als Künstler selbst in die Werke eingegriffen.

Die Pralinen von Alhäuser sind im Original sehr viel größer als echte Pralinen. Banz und Bachmann haben aus der Reproduktion der Künstlerin wiederum ihre eigene Reproduktion geschaffen und die Schoko-Trüffel verkleinert.

„So können wir eine Ausstellung machen, die in großen Häusern nicht möglich wäre“, sagte Banz. Die Originalwerke auszuleihen sei teilweise unmöglich, andere Werke existierten schon nicht mehr. Die Größe der Mini-Kunsthalle sei also ein Vorteil, so Banz. Und Wolfsburgs Kunstmuseumsdirektor Ralf Beil ergänzt: „Jeder Zentimeter ist wichtig. In dem Moment, in dem man hineinschaut, verliert man den Maßstab und denkt, man sei in einer riesengroßen Halle.“

Auch Duchamp selbst hat seine Werke verkleinert und in anderer Form ausgestellt - deshalb der Name der Kunsthalle. Ein tragbares Künstlermuseum wollte er schaffen, heraus kam die „Schachtel im Koffer“ mit Miniaturwerken. Die Idee eines Guckkastens ist eine Anlehnung an Duchamps letztes Werk, bei dem man die eigentliche Kunst nur durch Löcher in einer Tür betrachten konnte.

Die Mini-Kunsthalle in Wolfsburg wird allerdings nicht tragbar sein, sondern dauerhaft in der Stadt bleiben. Banz und Bachmann haben sie dem Museum geschenkt.



dpa

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