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„Mit Beethoven tue ich mich schwer“

Rostock „Mit Beethoven tue ich mich schwer“

Bratschist Nils Mönkemeyer ist der neue künstlerische Leiter des Festspielfrühlings Rügen und gibt einen Meisterkurs an der HMT.

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Drückt dem Rügener Festspielfrühling 2017 seinen Stempel auf: Nils Mönkemeyer

Quelle: Irène Zandel

Rostock. Mitten im Sommer wirft der Rügener Festspielfrühling seine Schatten voraus: Der neue künstlerische Leiter des Festivals, der weltbekannte Bratschist Nils Mönkemeyer, der nach fünf Jahren das Fauré Quartett ablöst, kommt nächste Woche nach Rostock und stellt bei der OSTSEE-ZEITUNG das Programm vor. Anlass ist der Sommercampus der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT), bei dem Mönkemeyer einen Meisterkurs gibt.

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Bratschist Nils Mönkemeyer ist der neue künstlerische Leiter des Festspielfrühlings Rügen und gibt einen Meisterkurs an der HMT.

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Musiker aus 26 Ländern beim HMT-Sommercampus

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Zu viel will der Künstler noch nicht verraten, nur dieses: „Es wird eine bunte Mischung aus Solisten- und Ensemblekonzerten geben, und ich habe einen Komponisten eingeladen“, kündigt Mönkemeyer an.

Er freue sich schon auf das Festival, das ab 2017 mit dem neuen Konzept eines jährlich wechselnden künstlerischen Leiters aufwartet. Der 37-Jährige durfte selbst entscheiden, welche Musiker er einlädt und auch das Programm gestalten. „Es wird kein übergreifendes Motto geben, jedes Konzert hat ein eigenes Thema“, so der Virtuose, der selbst schon mehrfach auf Rügen zu Gast war. „Ich kenne die Stimmung, ich weiß, wie alles abläuft.“

Der Frühling auf Rügen sei eine ganz besondere Zeit, schwärmt Mönkemeyer: „Es ist noch relativ kühl, aber die Natur steht in den Startlöchern. An einem Sonnentag kann man schon spüren, wie alles erwacht.“ Zudem sei Rügen im Frühling noch nicht so überlaufen. „Man kann die Insel noch in Ruhe entdecken.“

Gerade die Insellage schaffe ein zusätzliches Stimmungselement: „Es entsteht eine gewisse Nähe zwischen Publikum und Künstlern“, sagt Mönkemeyer. Dazu trügen auch die relativ kleinen Veranstaltungsorte bei: „Die Kommunikation funktioniert besser, als wenn wir vor 2000 Besuchern in einer großen Halle spielen würden.“

Durch den Festspielfrühling habe er die Schönheit von Mecklenburg-Vorpommern entdeckt, bekennt Mönkemeyer, der in München lebt, wo er an der Musikhochschule lehrt. „Ich habe viele Orte kennengelernt.

Es ist ein besonders schönes Bundesland, ich genieße meine Aufenthalte sehr.“

Diese Zuneigung könnte auch mit ein Grund dafür sein, warum Mönkemeyer sich entschieden hat, am Sommercampus der HMT zu lehren. „Ich gebe nur einen Meisterkurs pro Jahr“, erklärt er. „Die Bedingungen an der HMT sind ganz toll, die Schüler haben dort die Möglichkeit mit Orchester und auch mit Klavierbegleitung aufzutreten.“ 35 Schüler hätten sich für seinen Kurs beworben, elf hat er ausgewählt.

Sie können vom 18. bis 26. August von Mönkemeyers Liebe zur Bratsche profitieren.

Auf das Instrument kam er wie so viele Bratscher über die Geige: „Ich kannte früher gar keine Bratscher, auch an meiner Schule waren keine, alle haben nur Geige gespielt.“ Aber eigentlich lag ihm die Violine nie so recht: „Die hohen Töne auf der Geige waren mir immer zu schrill. Ich habe gemerkt, das ist nicht das richtige Instrument für mich.“ Erst im späteren Verlauf seiner jungen Musikerkarriere kam Mönkemeyer dann auf die Bratsche – über Kammermusik und im Bundesjugendorchester. „Ihr Klang ist wärmer und dunkler, das entspricht meiner inneren Klangvorstellung.“

Mönkemeyers Spektrum ist sehr breit angelegt: „Ich versuche, jeden Komponisten zu spielen. Mit Beethoven tue ich mich eher schwer, ich liebe Schubert und Mozart, und Bach ist ein fixer Punkt für mich wie für alle Musiker, weil er einfach der Beste und Unglaublichste ist.“

Aber auch zeitgenössische Komponisten liegen Mönkemeyer sehr am Herzen. „Früher war jeder Komponist dem Stil seiner Zeit verpflichtet. Heute kann jeder seinen Stil selber wählen und seine eigene Klangfarbe entwickeln.“ Mönkemeyer beauftragt jedes Jahr einen Komponisten, ein neues Werk zu schreiben und spielt es dann. „Ich finde es spannend zu sehen, wie die Komponisten mit dieser endlosen Freiheit umgehen.“ Für die Besucher des Festspielfrühlings Rügen vom 17. bis 26. März 2017 dürfte es wiederum spannend werden zu erleben, welchen Komponisten Mönkemeyer mit auf die Insel bringt.

92 Musiker aus 26 Ländern nehmen an den acht Meisterkursen während des Sommercampus der Rostocker Hochschule für Musik und Theater teil. Die weiteste Anreise hat ein Schüler aus Japan. Beworben hatten sich rund 200 Musiker. Von den abgelehnten Bewerbern haben viele die Einladung angenommen, trotzdem nach Rostock zu kommen und bei den Kursen als Zuhörer teilzunehmen. Neben Nils Mönkemeyer (Bratsche) konnten weitere international renommierte Musiker als Lehrer gewonnen werden: Rudolf Piernay (Gesang), Reinhard Latzko (Cello), Dirk Peppel (Flöte), Albrecht Mayer und Gregor Witt (Oboe), Matthias Höfs (Trompete), Maria João Pires und Matthias Kirschnereit (Klavier).

Ein neunter Kurs war mit dem Schlagzeuger Peter Sadlo geplant, doch Sadlo starb am 29. Juli völlig unerwartet an den Folgen einer Operation. Die HMT entschied sich, keinen Ersatzkurs zu organisieren. Unterstützt werden die Teilnehmer von der Norddeutschen Philharmonie unter Leitung von Wojciech Rajski.

Die Proben vom 18. bis 26. August sind öffentlich. Musikinteressierte können sich für 10 Euro eine Halbtages- und für 16 Euro eine Tageskarte kaufen. Wer die ganze Woche dabei sein will, kann für 110 Euro eine Dauerkarte erstehen. Zudem stehen 15 Konzerte auf dem Programm, darunter das Eröffnungskonzert mit den Kursdozenten am Donnerstag um 19.30 Uhr im Katharinensaal der HMT.

Talk im OZ-Studio

Im OZ-Studio am 24. August werden Festspiel-Intendant Markus Fein und Nils Mönkemeyer, neuer künstlerischer Leiter des Festspielfrühlings Rügen, das Programm für 2017 vorstellen.

Nils Mönkemeyer wird den Talk zudem musikalisch begleiten.

Beginn: 12 Uhr (Einlass ab 11.30 Uhr), Pressehaus Rostock (Richard-Wagner-Str. 1a), Tickets 8 Euro/mit Abo-Karte 5 Euro (inkl. Begrüßungsgetränk) in allen OZ-Service-Centern oder unter ☎ 0381/ 38303017.

Axel Büssem

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