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Mit Boa und Baskenmütze – DDR-Schlagerstar Chris Doerk wird 75

Berlin Mit Boa und Baskenmütze – DDR-Schlagerstar Chris Doerk wird 75

Die geflochtenen dunklen Zöpfe lugen unter der bunten Baskenmütze hervor. Herzhaftes mädchenhaftes Lachen gesellt sich hinzu.

Berlin. Die geflochtenen dunklen Zöpfe lugen unter der bunten Baskenmütze hervor. Herzhaftes mädchenhaftes Lachen gesellt sich hinzu. Dass die Sängerin Chris Doerk, die vor einem halben Jahrhundert mit Frank Schöbel das Traumpaar des DDR-Schlagers bildete, an diesem Freitag 75 Jahre alt wird, ist kaum zu glauben. „Aber das Alter hat seine Spuren hinterlassen: In Größe 36/38 passe ich nicht mehr rein“, sagt sie lachend, wenn auch etwas Wehmut mitschwingt.

OZ-Bild

Die geflochtenen dunklen Zöpfe lugen unter der bunten Baskenmütze hervor. Herzhaftes mädchenhaftes Lachen gesellt sich hinzu.

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In der Vergangenheit zu graben ist nicht Sache der lebenslustigen Sängerin, die westlich von Berlin lebt. In den 1960er/70er Jahren war sie mit Frank Schöbel verheiratet. Damals trug sie einen feschen Kurzhaar-Schnitt, dazu ihr offenes Lachen. Doerk und Schöbel lieferten als Traumpaar der Schlagerindustrie Hit auf Hit. Songs mit fröhlichen Texten und eingängigen Melodien zum Mittanzen waren ihr Markenzeichen. Gemeinsam traten sie in den Musikfilmen „Heißer Sommer“ (1968) und „Nicht schummeln, Liebling“ (1972) auf.

Nach sieben Jahren dann 1974 die Scheidung, alles vorbei mit „Chris und Frank“ – auch auf der Bühne. Jeder ging eigene Wege: Beide stehen bis heute als Schlagersänger im Rampenlicht. 2013 gab es erstmals seit 30 Jahren wieder gemeinsame Konzerte des einstigen Duos. 40 Auftritte in den neuen Ländern, restlos ausverkauft.

Chris Doerk war nach der Scheidung zu DDR-Zeiten viel in Kuba unterwegs. Das Land ist für sie eine zweite Heimat; „ich glaube, weil ich so fühle wie die Kubaner und sehr lebensfroh bin“, sagt sie.

2004 war sie zuletzt dort zur Buchmesse und stellte ihr Buch „La Casita“ über die Liebe zu dem Land vor.

Eine Platte produzierte sie erst wieder 2012. Es war die erste nach 20 Jahren Pause. „Ich war der Meinung, es gibt genug Titel von mir.“ Den Anstoß gab 2011 der Gastauftritt bei einer AC/DC-Coverband. „Der Sänger ’Dr. Kinski’ meinte, in mir steckt eine Rock’n’Rollerin.“ Sie wählte den Titel „She’s got the Jack“. Doch dann fragte einer, ob sie wisse, dass sie über eine Frau mit Geschlechtskrankheit singe. „Alles war zweideutig. Ich habe dann einige Zeilen weggelassen“, erinnert sie sich und stimmt den Song gleich noch einmal an.

Die Texte für ihr eigenes Album schrieb Doerk dann lieber allein. „Es macht Spaß, auf der Bühne zu stehen und die CD zu vermarkten“, sagt sie. Für eine neue Platte hat sie vor ihrem 75. schon einiges produziert. Zu ihrem Geburtstag wird aber zunächst die Single „Ich muss wieder mal raus“ veröffentlicht – mit einem Medley ihrer alten Titel. Gudrun Janicke

OZ

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