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Kultur Mit Herz und Gefühl
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00:00 19.10.2017
Ekkehard Ochs zum 1. Philharmonischen Konzert in Greifswald

Ungewohnt, aber spannend: Das Theater Vorpommern präsentierte im 1. Philharmonischen Konzert mit André Previns „Can Spring be far behind?“ für Orchester (2016), Erich Wolfgang Korngolds D-Dur-Violinkonzert (op. 35) und Sergej Rachmaninows 2. Sinfonie e-Moll (op. 27) ein Programm ziemlich jenseits von Bekanntem – gut für neue Eindrücke. Etwa bei Previn, den man eher als Dirigenten und Pianisten kennt. Mit seinem Stück, das Percy Bysshe Shelleys „Ode an den Westwind“ (1820) verallgemeinert thematisiert, hatten sich GMD Florian Csizmadia und die Vorpommerschen Philharmoniker einen etwas sperrigen Einstieg ausgesucht, sich dieser europäischen Erstaufführung aber mit Einsatz gewidmet. Was nicht weniger bedeutete, als eigenwilliger Gestik, der Balance von milder Modernität und Anklängen an Filmmusik, karger linearer Stimmführung und opulentem Klangschmelz (be)zwingende Glaubhaftigkeit verleihen zu müssen.

So recht gelungen schien das nicht durchgängig – liegt aber auch am oft klanglich sperrigen Werk selbst. Dagegen gelang Korngolds Plädoyer für eine Musik „im Herzen erdacht“ und „mit Ausdruck und Gefühl“ – uraufgeführt 1947 – überzeugender. Ihm entsprach man mit geballter, melodisch intensiver und harmonisch spätromantisch bis frühexpressionistisch verdichteter Klanggestaltung, „assistiert“

vom hervorragenden Solisten Tobias Feldmann, dem mit Ton- wie Ausdrucksintensität eine tolle Balance zwischen Gefühl und Gefälligkeit, zwischen stärkster Affekthaftigkeit und bloßem Effekt gelang.

Solche Gratwanderung gilt auch für Rachmaninow. Hier setzten die Philharmoniker auf die Verlebendigung russischen sinfonischen Geistes (Tschaikowskis), auf ein die Raumakustik in Greifswalds Großem Haus schon mal überforderndes, schwärmerisch-elegisches Kämpfertum zwischen hypertrophierter Gesangsseligkeit, düsterer Dramatik und drastischer Turbulenz – Rachmaninows konzeptionelle sinfonische Gestaltungskraft inbegriffen!

OZ

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