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Kultur Mit Intensität und Souveränität
Nachrichten Kultur Mit Intensität und Souveränität
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00:01 27.03.2017

Tabea Zimmermann (50) gehört zu den wenigen weltweit führenden Bratschensolisten. Jetzt erhält sie, nachdem sie schon zweimal einen Echo Klassik gewonnen hat, den International Classical Music Award 2017 (ICMA) als „Künstlerin des Jahres“. Zuvor aber kam sie mit dem ungarischen Pianisten Dénes Várjon (49) als Begleiter auf einen Sprung in die Villa Papendorf, einer intimen Konzertstätte in der Nähe Rostocks; vermutlich ihr erster Auftritt in Mecklenburg-Vorpommern.

Dies war eine längst fällige Sensation, und das Konzert hielt alles, was eine solche versprach. Tabea Zimmermann hatte ein stilistisch weitgespanntes Programm gewählt, von Mendelssohns früher Sonate für Viola und Klavier c-Moll (1824) über die bedeutsame Sonate für Viola solo (1937) von Paul Hindemith und Bachs Gambensonate D-Dur BWV 1028 (1723) bis zu Brahms‘ später Sonate für Viola und Klavier Es-Dur op.120 Nr.2, sein letztes Kammermusikwerk, das gleichsam die Geschichte des Aufstiegs der Bratsche zu einem ganz eigenartigen faszinierenden Soloinstrument markierte.

Aber nicht allein darin bestand die Erlebnisqualität dieses ungewöhnlichen Konzertes. Es bestach durch eine bezwingende Balance von Intensität und Souveränität.

Eine Souveränität, die nicht nur für die technische Meisterschaft galt, sondern noch eher für die bewegende, gleichsam sinnliche Geistigkeit, mit der Tabea Zimmerman für jedes der Werke einen charakteristischen Klangraum erschuf, mit einem eigenen Farbenspektrum, mit einer eigenen Spielweise – bei Mendelssohn jegliche klassizistische Noblesse durchstoßend, bei Hindemith der tiefe Ernst, bei Bach der gelassene Wechsel zwischen ausschwingender Innigkeit und konzertierender Beweglichkeit und schließlich bei Brahms die durchsonnte Abschiedsstimmung, entsagungsvoll, aber ohne Bitternis.

Eine Intensität, die nicht in der Vorführung einer reproduzierenden Interpretation erscheint, sondern den fesselnden Eindruck erweckte, als erlebe man gerade die Geburt des Werkes.

OZ

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