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Mit Optimismus in die Leipziger Buchmesse

Leipzig Mit Optimismus in die Leipziger Buchmesse

Zur Leipziger Buchmesse ist in der Branche Zuversicht angesagt. Der Buchhandel sieht sich für die Zukunft gerüstet. Sorgen bereitet aber die Entwicklung der Meinungsfreiheit.

Leipzig. Die Buchbranche geht trotz leichten Umsatzrückgangs 2015 mit Optimismus in die Leipziger Buchmesse. Der Buchhandel habe die Herausforderungen der Digitalisierung im vergangenen Jahrzehnt gemeistert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, am Mittwoch in Leipzig.

Die Branche ist zukunftsfähiger denn je.“ Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren sich vom 17. bis 20. März 2250 Aussteller (Vorjahr: 2263) aus 42 Ländern. Ein Themenschwerpunkt ist in diesem Jahr die Flüchtlingsbewegung und deren Herausforderungen an die Gesellschaft.

Der Buchmarkt schrumpfte 2015 leicht um 1,7 Prozent. Das Minus störe im Buchhandel aber „eigentlich nicht besonders“, sagte Skipis. Das Geschäft im Publikumsmarkt sei immer abhängig von Bestsellern, die 2015 etwas gefehlt hätten. Mehr als 80 Prozent der rund 5000 Buchhandlungen sei inzwischen in der Lage, Offline- und Online-Angebote gleichermaßen zu machen. Das wüssten die Kunden zu schätzen.

Mit großer Sorge sehe der Börsenverein derzeit die Entwicklung der Meinungsfreiheit weltweit, sagte der Hauptgeschäftsführer. Als Beispiel nannte er unter anderem die Türkei, wo Medien unter staatliche Aufsicht gestellt worden seien. Die Wertegemeinschaft der EU dürfe darüber nicht hinwegsehen, „nur weil die Türkei ein Problem lösen soll, dass eigentlich die Europäer selbst lösen müssten“, sagte Skipis mit Blick auf den geplanten Flüchtlingspakt mit der Türkei.

Die Meinungsfreiheit dürfe auch in der Flüchtlingskrise nicht der Realpolitik unterworfen werden. „Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, entschieden für Meinungsfreiheit und für die Verfolgten in den jeweiligen Länder sich einzusetzen und gleichzeitig ihre Politik gegenüber den Ländern, die so eklatant gegen die Menschenrechte verstoßen, zu überprüfen.“

Die Leipziger Buchmesse will mit ihrem Themenschwerpunkt „Europa21“ ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile setzen. In verschiedenen Veranstaltungen sollen Autoren, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zu Wort kommen. „Wir im Messegeschäft brauchen eine offene Gesellschaft“, sagte Direktor Oliver Zille.

Zur Buchmesse und dem begleitenden Lesefestival „Leipzig liest“ erwarten die Veranstalter wie im Vorjahr rund 250 000 Besucher.

dpa

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