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Mit der „Linie 1“ zum Usedomer Hafen

Usedom Mit der „Linie 1“ zum Usedomer Hafen

Farbenfrohe Revue feiert morgen Premiere / 60 Rollen, 17 Musiktitel und viele skurrile Typen

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Auf der U-Bahn-Linie 1 wird auch mal richtig abgerockt: die Straßenmusiker Tracy Neumann und Marcus Möller.

Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche

Usedom. Nein, in diesem Jahr gibt’s keinen ABV auf der Usedomer Hafenbühne. „Er wurde nicht über die Grenze gelassen“, begründet Regisseurin Birgit Lenz mit einem Augenzwinkern das Fehlen des Abschnittsbevollmächtigten mit seiner knatternden Schwalbe. Auch der Trabbi wird in diesem Jahr nicht auf die Usedomer Hafenbühne rollen – „der ABV passt einfach nicht zum neuen Stück“, so Birgit Lenz.

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Stattdessen bekommen die Usedomer etwas viel Größeres geboten – eine U-Bahn nämlich. Der Ort, wo die Leute unausweichlich miteinander verbunden sind. Und zwar die legendäre „Linie 1“. So heißt die musikalische Revue von Volker Ludwig und Musik von Birger Heyman aus den Achtzigern, die morgen auf der Usedomer Hafenbühne Premiere feiert.

Öffnete sich im vergangenen Jahr am Ende der „Sonnenallee“ die Berliner Mauer, ist man jetzt quasi im Westteil der Stadt mit der U-Bahn-Linie angekommen, die durch Kreuzberg verlief. Bahnhof Zoo, Schlesisches Tor, Ruhleben – bitte einsteigen und sich auf die unterschiedlichsten Typen freuen: Nachtschwärmer, Tagträumer, Skins, Punks, Schwule, Türken, Schulschwänzer, böse Witwen im Pelz oder Bouletten-Trude mit der typischen Berliner Kodderschnauze. „Wir haben in diesem Jahr 60 Rollen. Viele Akteure spielen gleich mehrere“, sagt Birgit Lenz. 21 Darsteller wuppen das irre berlinerische Stück, darunter Schauspieler, Eleven der Theaterakademie sowie Laiendarsteller.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Auf dieser Linie begegnet man einem Mädchen aus der Provinz (Lotta Hackbeil). Abgehauen von zu Hause, hofft sie hier den Mann ihrer Träume, einen Berliner Rockstar, zu finden. Sie hatte ihn auf einem Konzert in ihrer Kleinstadt kennen- und liebengelernt. Bei ihrer Suche trifft sie auf Gestalten aus dem Berliner Milieu. Vor ihr steht plötzlich ein Schluckspecht – der herrlich betrunkene Penner (Torsten Schemmel), der in einem Einkaufswagen zu wohnen scheint. Oder die schrille Lady (Ricarda Matschke), die im Berliner Nachtleben Millionen verdient. Oder der grummelige Alte, der in der U-Bahn Ausländer beleidigt.

„Wir bewegen uns in einem Berlin, in dem gesellschaftliche Probleme abgehandelt werden. Das war schon 1986 so, als das Stück uraufgeführt wurde. Und das ist heute noch genauso. Mit der Musik und dem Tanz haben wir uns dem Sound der heutigen Zeit angepasst“, sagt Bühnen- und Kostümbildner Andreas Mücke. Für ihn ist es ein „Roadmovie“ geworden.

Birgit Lenz musste diesmal im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas verändern. „Linie 1 ist ein Stück mit vorgegebenem Inhalt und Musik. Humor kommt dabei nicht zu kurz“, sagt die Regisseurin, für die die Organisation hinter der Bühne durch die vielen verschiedenen Rollen eine Herausforderung war. Mehrmals Umziehen auf engstem Raum – für die Mimen keine leichte Aufgabe.

Diesmal musste alles in nur sechs Wochen passen. „Mehr Zeit für die Proben und das Einspielen der Musik hatten wir nicht“, sagt Choreographin Anika Laß. Musik, wie der Song „Fahr mal wieder U-Bahn“.

Gern, morgen, 19.30 Uhr, Haltestelle Usedomer Hafen – Einfahrt hat die U-Bahn-Linie 1!

Musical und Film

1986 wurde „Linie 1“ als Musical in Berlin uraufgeführt, 1988 von Reinhard Hauff verfilmt. Anfangs von den Bühnen unbeachtet, wurde das Stück durch seine Lieder in der TV-Sendung „Scheibenwischer“ bekannt.

Zu sehen ist es vom 25. Juni bis 27. August – montags, mittwochs, donnerstags, samstags 19.30 Uhr auf der Usedomer Hafenbühne.

Tickets: ☎ 03971/208925

Henrik Nitzsche

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