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„Monaco Franze“ und „Kir Royal“ in München

Dietls Welt „Monaco Franze“ und „Kir Royal“ in München

Helmut Dietl hat München ein Denkmal gesetzt: Fernsehserien wie „Monaco Franze“, „Kir Royal“ oder „Münchner Geschichten“ gaben unterhaltsame Einblicke in die Schickeria. Bekanntes und Unbekanntes über Dietl gibt es nun in einer Ausstellung zu entdecken.

München. Ob in den Kultserien „Monaco Franze“ und „Kir Royal“ oder im Film „Rossini“: Regisseur Helmut Dietl hat seiner Heimatstadt München in seinen Filmen und Serien ein Denkmal gesetzt.

Die Bussi-Bussi-Gesellschaft war sein Hauptthema. Liebevoll ironisch porträtierte er die Schickeria und griff dabei auch auf eigene Erfahrungen zurück. Das Literaturhaus München erinnert nun in einer Ausstellung an den berühmten Filmemacher. „Der ewige Stenz. Helmut Dietl und sein München“ zeige Dokumente, Fotos und Gegenstände aus seinem Nachlass, darunter Notizbücher, Filmpreise oder Briefe, teilten die Veranstalter am Mittwoch in München mit. Filmausschnitte und Audio-Beiträge ergänzen die Schau, die am Donnerstag eröffnet wird und bis zum 26. Februar zu sehen ist.

Gut eineinhalb Jahre nach Dietls Tod am 30. März 2015 hat seine Witwe Tamara Unterhaltsames und Interessantes aus dem Nachlass ihres Mannes zusammengetragen, der auch Filme wie „Schtonk“ oder die Fernsehserien „Münchner Geschichten“ sowie „Der ganz normale Wahnsinn“ realisierte. Es gibt jede Menge Fotos, Dietl etwa als kleiner Münchner Bub mit seiner Mutter, lässig vor dem Münchner Siegestor. Sogar ein Schulzeugnis ist dabei.

Zu den Höhepunkten zählt ein Brief, mit dem sich der junge Schauspieler Helmut Fischer bei Dietl um eine Rolle bewarb: Eventuelle Zweifel an seiner Eignung wolle er mit einem Bild ausräumen, das er beigelegt habe, schrieb Fischer. „Es ist nur eine Vorderansicht, aber man sieht genau, dass ich schon rein optisch eine herausragende Ausdruckskraft abstrahle, die nur noch von meiner persönlichen Erscheinung übertroffen wird.“ Eine seiner Paraderollen: ein Bettnässer. „Falls Sie beabsichtigen, einen solchen in Ihrem Film auftreten zu lassen, wäre ich sehr interessiert - natürlich nur dann.“ Die Rolle des Bettnässers wurde es dann zwar nicht, dafür durfte sich Fischer als „Monaco Franze“ und ewiger Stenz einen Platz in der Fernsehgeschichte sichern.

Auch wer das Werk Dietls schon kennt, kann noch einiges entdecken in der Ausstellung. Etwa, wie es mit dem „Kir Royal“-Journalisten Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz), seiner Mona (Senta Berger) und dem Fotografen Herbie (Dieter Hildebrandt) weiterging. 2006 hatte Dietl die Biografien seiner Serienhelden weitergeschrieben und sich überlegt, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Sehr amüsant, inklusive den für Dietl typischen herrlichen Dialogen, nachzuhören in der Ausstellung, für die die Schauspieler Martina Gedeck und Heiner Lauterbach ausgewählte Texte eingesprochen haben. Günther Maria Halmer liest zudem aus Dietls Autobiografie „A bissel was geht immer. Unvollendete Erinnerungen“.

Es waren aufregende Zeiten in München, die 1970er und 1980er Jahre - vor allem durch die Brille Dietls. Einen Zeit der wilden Partys, der Emporkömmlinge, der steilen Karrieren und noch steileren Abstürze. Ein Zitat aus „Kir Royal“ bringt das Lebensgefühl von damals auf den Punkt: „Ein bissel Geld, ein bissel Sex, ein bissel Tragik und ein bissel Traum, Märchen... Monarchie... Hochfinanz und Industrie, und ein bissel Perversion, des wäre die ideale Mischung.“

dpa

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