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Moritz Bleibtreu über ein eher unbekanntes Geschichtskapitel

Nachkriegsdeutschland Moritz Bleibtreu über ein eher unbekanntes Geschichtskapitel

Moritz Bleibtreu spielt in dem Drama „Es war einmal in Deutschland“ einen jüdischen Kaufmann, der im Nachkriegsdeutschland zu überleben versucht. Ein Interview zur Berlinale-Premiere.

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Der Schauspieler Moritz Bleibtreu feiert die Berninale-Nächte nicht mehr durch.

Quelle: Caroline Seidel

Berlin. Im Drama „Es war einmal in Deutschland“ spielt Moritz Bleibtreu einen Juden im Nachkriegsdeutschland. Gemeinsam mit anderen Holocaust-Überlebenden versucht dieser, mit einem Wäschehandel genug Geld zu verdienen, um ins Ausland ausreisen zu können.

Dann aber holt ihn seine eigene Vergangenheit ein. Der Film von Regisseur Sam Garbarski („Vertraute Fremde“, „Irina Palm“) läuft in der Reihe Berlinale Special Gala.

Am Tag der Filmpremiere traf die Deutsche Presse-Agentur am Freitag Moritz Bleibtreu im Berlinale-Palast zu einem Interview - dabei sieht man ihm gar nicht an, dass er gerade einen Nachtdreh hinter sich hat. „Ich reiße mich zusammen“, sagt der 45-Jährige lächelnd.

Frage: Der Film thematisiert eine eher unbekannte Episode der deutschen Geschichte und erzählt von Juden, die nach dem Zweiten Weltkrieg erst noch eine Weile in Deutschland lebten. Kannten Sie diese Episode schon?

Antwort: Es ist, glaube ich, für die meisten Leute ein eher unbekanntes Kapitel - einfach aufgrund der Tatsache, dass die meisten dann ja weggegangen sind. (...) Dementsprechend gab es auch nicht so viele, die davon erzählen konnten.

Frage: Die Verarbeitung der deutschen Geschichte ist in Familien dieses Landes oft ein wichtiges Thema. Können Sie sich erinnern, wie es bei Ihnen selbst war?

Antwort: Ich weiß, dass meine Oma da nicht so gerne drüber gesprochen hat. (...) Das erinnere ich noch, weil als wir die NS-Zeit in der Schule durchgenommen haben, in der siebten Klasse oder so, da wurde uns nahegelegt, dass wir doch vielleicht mal unsere Großeltern darauf ansprechen. Das habe ich auch getan und gemerkt, dass das nicht so ein gutes Thema war. Ich glaube, da hat sie nicht so wahnsinnig gerne drüber sprechen wollen.

Frage: Ein ganz anderes Thema: Sie waren schon oft bei der Berlinale. Haben Sie bestimmte Traditionen?

Antwort: Ich bin schon lange aus dem Alter raus, wo ich mir die Nächte hier um die Ohren schlage. Aber das habe ich ja zum Glück alles gemacht, zur Genüge. Die Berlinale ist für mich wie ein Teil in meiner Karriere, sie ist immer da gewesen. (...) Ich habe hier sehr schöne Erinnerungen.

ZUR PERSON: Moritz Bleibtreu (45) ist der Sohn der Schauspieler Monica Bleibtreu und Hans Brenner. Seinen Durchbruch feierte er 1997 mit „Knockin' on Heaven's Door“. Seitdem drehte er Werke wie „Lola rennt“, „Lammbock“ und mit Helmut Dietl „Vom Suchen und Finden der Liebe“. 2005 war er in Steven Spielbergs „München“ zu sehen. Ein Jahr später wurde er für seine Leistung in Oskar Roehlers Verfilmung des Skandalromans „Elementarteilchen“ mit dem Silbernen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet.

dpa

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