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Kultur Müder Fall, muntere Beigaben
Nachrichten Kultur Müder Fall, muntere Beigaben
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00:01 14.03.2016
OZ-Autor Michael Berger über den Schweizer Tatort „Kleine Prinzen“ aus Luzern

Selbstjustiz schafft keine Gerechtigkeit. Diese These bleibt vom Schweizer „Tatort: Kleine Prinzen“. Zumindest bringt die Pistole des Opfer-Vaters Fleury am Kopf des arabischen Prinzensohns Fad die Gewissheit, dass dieser Ava, seine Mitschülerin im Elite-Internat, erschlagen hat — und warum.

Im „Tatort“ von Regisseur Markus Welter gab es eine nervtötende Beigabe: Die ständigen Rückblicke auf eine Badeszene mit dem späteren Opfer mittels Smartphone-Filmchen unterbrechen das lineare Erzählen unnötig und wirken nur kunstgewerblich. Ebenso die in der Schlussszene eingeblendete Auflösung des Falls zum erzählten Geständnis des Täters — so genau wollte man das gar nicht wissen, wie widerstandslos der große Bruder des kleinen Prinzen dessen Freundin Ava zum Sex bewegen konnte.

Die Stärken waren am Rand des Falls zu finden: Da ist die Figur der Kriminaltechnikerin Corinna Haas (Fabienne Hadorn), die in ihren farbstarken Klamotten, mit ihrer spitzen Zunge und ihrem Durchmarsch zur Libido des Kollegen-Nachwuchses Silvan (Mario Fuchs) Spaß macht. Da ist der hasenfüßige Kripo-Chef Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu), der trotz des Drucks von oben zu seinen Untergebenen steht. Und Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) ist zu nennen, ein „Tatort“-Clooney mit komplizierten Beziehungsversuchen, aber ohne Blick für die diesbezügliche Qualität seiner patenten Ermittler-Partnerin Liz Ritschard (Delia Mayer). Seine außerdienstlichen Affären seien „priffat“, darauf besteht er.

Muntere Beigaben zu einem eher müden Fall.

OZ

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