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Museen in MV laden ein zur Spurensuche

Rostock Museen in MV laden ein zur Spurensuche

Sonntag ist Internationaler Museumstag. Es beteiligen sich 82 Museen aus Mecklenburg- Vorpommern – oft mit besonderen Angeboten.

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Wurde gerade von der Kunsthalle Rostock mit finanzieller Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung angekauft: Wolfgang Mattheuers Werk „Plauen“ (1971, Öl auf Holz, 40 x 50 cm).

Quelle: Foto: Galerie Schwind/leipzig

Rostock. Den Internationalen Museumstag gibt es seit 40 Jahren. Patricia Werner, stellvertretende Geschäftsführerin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die sich für die Museenförderung engagiert, beleuchtet ein wenig den historischen Hintergrund: „In der DDR gab es diesen Museumstag flächendeckend, in der Bundesrepublik nicht.“

 

OZ-Bild

Jeder Rostocker soll einmal im Jahr ins Museum kommen. Jörg–Uwe Neumann, Chef der Rostocker Kunsthalle

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Diese Tradition wurde nach der Wende vorsichtig wiederbelebt – heute beteiligen sich bundesweit zahlreiche Museen an diesem Aktionstag und öffnen ihre Türen. Zumeist ist dann der Eintritt frei oder es gibt Ermäßigungen. Am 21. Mai ist es also wieder soweit.

Das Motto heißt 2017: „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ – damit werden die Besucher eingeladen, sich auf vielerlei Weise mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Das Motto stelle „in diesem Jahr Themen in den Fokus, denen man mitunter lieber aus dem Weg geht, und Fragen, die sich nicht so leicht beantworten lassen“, präzisiert der Deutsche Museumsbund das Vorhaben.

Die Kunsthalle Rostock zum Beispiel hält an diesem Tag Angebote bereit, die es sonst nicht gibt, besondere Aktionen, geführte Rundgänge und auch interessante Einblicke in die Museumsarbeit. Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota, die gerade in der Kunsthalle Rostock ausstellt, führt zum Beispiel einen Kreativ-Workshop mit Kindern durch. Es gibt um 16 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus“, die Schau ist an diesem Tag zum ermäßigten Eintrittspreis zu sehen. Der Schauspieler Ulrich K. Müller liest abends anekdotische Briefe bekannter Persönlichkeiten.

„Wir hatten 2016 ein erfolgreiches Jahr“, sagt Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann, „das wollen wir 2017 übertreffen.“ Sein Ziel ist es, in diesem Jahr die Marke von 200000 Besuchern zu knacken.

„Jeder Rostocker soll einmal im Jahr ins Museum kommen“ – das ist Neumanns Traum.

Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums und gleichzeitig Vorsitzender des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommerns, verweist auf beeindruckende Zahlen: 230 Museen und museale Einrichtungen gibt es im Land, mit 3,8 bis vier Millionen Besuchern im Jahr. „Vom Caspar-David-Friedrich-Zentrum Greifswald über das Kunstmuseum Ahrenshoop bis zum Ozeaneum Stralsund haben wir ein breites Angebot an Museen zu bieten“, so Stuth.

In der Tat: Das zum Museumstag herausgegebene Faltblatt verzeichnet 82 teilnehmende Museen in MV, das sind so unterschiedliche Einrichtungen wie das Agroneum Alt Schwerin, das Landschulmuseum Göldenitz, das Grenzhus Schlagsdorf, das Otto-Lilienthal-Museum Anklam, das Historisch-Technische Museum Peenemünde, das Phantechnikum Wismar, das Salzmuseum Bad Sülze oder das Meeresmuseum Stralsund. Vertreten sind natürlich zahlreiche städtische Museen, die sich oft sehr akribisch mit der Stadt-, Heimat- und Regionalgeschichte im Land befassen. Besonders letztere Häuser treffen genau den Ansatz des diesjährigen Museumstages, die Spurensuche also.

Es geht darum, die „Spuren der Vergangenheit zu finden“, sagt Steffen Stuth zum musealen Bildungsauftrag und verweist auch auf sein eigenes Haus. Das Kulturhistorische Museum Rostock zeigt in diesen Tagen die Ausstellung „Vorstadt der Bürger. Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“ und schärft mit derart vermittelter Alltagsgeschichte den Blick der Rostocker von heute für die Vergangenheit und auch für die Menschen, die einst hier gelebt haben.

Ganz anders gelagert ist die Sache im Kunstmuseum Ahrenshoop. Es ist natürlich für Kunst zuständig, will aber am Museumstag auch Regionalgeschichte darstellen – und zwar verbunden mit einem Naturschutz-Ansatz. Denn die Steilküste des Fischlandes ist in Gefahr, die Ausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop will das Bewusstsein dafür schärfen. „Als Museum verstehen wir uns als Teil der Region“, sagt Marion Schael, Kaufmännische Leiterin des Ahrenshooper Museums. Also wird die Schau ein Mix aus Kunst und Naturgeschichte. Historische Darstellungen der Küste belegen, wie sich das Meer über Jahrzehnte immer weiter ins Land hinein gefressen hat. Die Gründer der Künstlerkolonie Ahrenshoop haben das Hochufer, um das es hier geht, schließlich schon vor 125 Jahren dargestellt.

Ansichtskarten aus den 1930er- bis 1980er-Jahren vermitteln das Bild der zum Teil dramatischen Küstenveränderung, zum Vergleich sind aktuelle Fotografien beigestellt.

So wird auch die Ahrenshooper Ausstellung dem Motto des Museumstages gerecht – der Spurensuche. Der 21. Mai soll bundesweit Menschen bewegen, sich mit der Vergangenheit zu befassen, die Schirmherrschaft hat Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Unterstützt wird der Museumstag auch von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Ihre stellvertretende Geschäftsführerin Patricia Werner präsentierte bei der Vorstellung des Museumstages am Donnerstag einen Knüller: Die Stiftung beteiligt sich für die Kunsthalle Rostock am Ankauf eines Werkes des Leipziger Malers Wolfgang Mattheuer (1927-2004). Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann konnte diese frohe Botschaft verkünden und damit auf eine kommende Ausstellung hinweisen: Im Sommer wird das Ölbild „Plauen“ in der großen Ausstellung zum 90. Geburtstag von Wolfgang Mattheuer in Rostock hängen.

Allerdings schwiegen sich die Beteiligten über den Kaufpreis des Mattheuer-Bildes aus, auch die Sparkassenstiftung war um Diskretion bemüht.

Alle teilnehmenden Museen sind unter www.museumstag.de zu finden

Thorsten Czarkowski

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