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Museum Marta: Künstlerinnen aus dem arabisch-persischen Raum

Komplexe Werke Museum Marta: Künstlerinnen aus dem arabisch-persischen Raum

Wie sieht zeitgenössische Kunst aus dem arabisch-persischen Raum aus? Dieser Frage geht eine neue Ausstellung im Museum Marta in Herford nach. Spannende Einblicke sind garantiert.

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Eine fotografische Arbeit der Künstlerin Sama Alshaibi (2014).

Quelle: Oliver Krato

Herford. Mal wird der Besucher zum politischen Denken angeregt, mal sind die Werke einfach sinnlich schön: Ab dem 24. Juni zeigt das Museum Marta in Herford die Ausstellung „Zwischen Zonen“.

Für drei Monate sind dann Werke von neun Künstlerinnen aus dem arabisch-persischen Raum zu sehen - darunter Fotografien, Videos und Installationen. „Den Namen "Zwischen Zonen" haben wir gewählt, weil alle Künstlerinnen zwischen der arabischen oder persischen und der westlichen Welt unterwegs sind“, sagte der Kurator Michael Kröger am Donnerstag in Herford. Das Ergebnis: oft politische, häufig überraschende und immer ziemlich komplexe Werke. In den Geburtsländern der Frauen kommt ihre Kunst nicht immer gut an.

Das musste zum Beispiel Moufida Fedhila erfahren. Die gebürtige Tunesierin lebt seit Jahren in Paris. Kurz nach Beginn des Arabischen Frühlings 2012 machte sie eine Performance im öffentlichen Raum in Tunesien. Die Tunesier diskutierten gerade, ob und wie die Verfassung geändert werden soll. Im Kostüm des Comic-Helden „Superman“ sind sie und andere junge Tunesier in der Performance „Super-Tunisian“ zu sehen. Sie hinterfragen die tunesische Politik und animieren zum Protest. Ein Video davon gibt es in der Ausstellung.

„Wir hatten während der Performance mehrmals Besuch vermutlich von der Zivilpolizei“, erzählte Fedhila. Später bekam sie Morddrohungen. „Es war gruselig“, berichtete sie. Aufhören wollte sie nicht: „Das war meine Zeit, um etwas für die Demokratie in Tunesien zu tun“, sagte sie. Ihr Vorbild bei der Arbeit: Die Komikertruppe Monty Phyton.

Weniger humorvoll, eher sinnlich ansprechend sind die Fotografien von Sama Alshaibi. Sieben Jahre lang hat sie sich immer wieder in der Wüste aufgenommen. Alshaibi ist mit sieben Jahren aus dem Irak geflohen, mit 13 kommt sie in Amerika an. Dazwischen zieht die Familie von Land zu Land. „Die Wüste interessiert mich, weil sie keine Grenzen akzeptiert und ihre Form verändern kann“, sagte sie.

Es ist eine sehr vielfältige Ausstellung, welche die Kuratoren zusammengetragen haben. „Nach der Flüchtlingskrise hatten wir den Anspruch, Kunst aus dem arabischen Raum vorzustellen“, sagte Kurator Kröger. Dass das Museum nur Künstlerinnen zeigt, lag an der Fragestellung: „Uns hat interessiert, wie operieren Frauen in der arabischen Kunst?“

Das Machen der Ausstellung wurde dann für die Kuratoren zu einer Entdeckungsreise - mit vielen neuen Erkenntnissen, aber auch mit Missverständnissen. Kröger gibt ein Beispiel: Die Künstlerin Arwa Abouon zeigt eine Fotografie, auf der ein älteres Paar zu sehen ist - ihre Eltern. Der Mann kniet vor seiner Frau, sie küsst ihn auf den Kopf. Als Kröger die Arbeit im Netz fand, hielt er sie für ein starkes, feministisches Statement.

Als Abouon vor Ort war, stellte sich heraus: Sie wollte mit dem Foto der harmonischen Ehe ihrer Eltern ein Denkmal setzen. Feministisches Statement? Von der Künstlerin jedenfalls nicht beabsichtigt. „Überhaupt haben wir in der Ausstellung wenig explizit feministische Positionen“, erklärte er.

Man kann an der Ausstellung bestimmt Kritik üben: Wie groß ist der Erkenntnisgewinn, wenn man Künstlerinnen aus so unterschiedlichen Ländern - sie kommen etwa aus Iran, Jordanien und dem Libanon - und mit so verschiedenen Positionen zeigt? Man habe nicht den Anspruch, Aufklärungsarbeit zu leisten, sagte Kröger. „Wir hoffen, dass wir neugierig machen.“ Das gelingt den Machern der Ausstellung auf jeden Fall.

dpa

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