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Musical „Der Medicus“ uraufgeführt

Fulda Musical „Der Medicus“ uraufgeführt

„Der Medicus“ begeisterte als Roman bereits Leser in 35 Ländern. Nach den Filmen ist das Historien-Abenteuer als Musical auf der Bühne zu sehen. Die Macher des Erfolgsstücks „Die Päpstin“ haben es adaptiert. Es geht um die Koexistenz der Kulturen und Religionen. Und um Liebe.

Fulda. Über drei Millionen Menschen sahen den Kino- und sieben Millionen den Fernsehfilm. Nun haben auch die ersten Zuschauer das Musical „Der Medicus“ erlebt. Als weltweit erste Bühnenfassung wurde der Bestseller am Freitagabend in Fulda uraufgeführt.

An der Reaktion des Premieren-Publikums gemessen, war es ein voller Erfolg. Die knapp 700 Gäste feierten die Darbietungen im Schlosstheater euphorisch mit langem Applaus.

Die Produktionsfirma Spotlight hat sich in den Vorjahren bereits mit „Die Päpstin“ (rund 250 000 Zuschauer) und zuletzt mit „Die Schatzinsel“ einen Namen in der Branche gemacht. Mit dem Erwerb der Rechte am „Medicus“ des amerikanischen Star-Autoren Noah Gordon (89) gelang ihnen ein Coup. Das Resultat war zweieinhalbstündiges Gesangstheater, das sich eng am Buch orientierte. „Die Vorlage ist ein Epos. Das Kunststück war das Weglassen. Den Geist und Zauber des Romans konnten wir dennoch erhalten“, sagte Co-Autor und Dramaturg Christoph Jilo der Deutschen Presse-Agentur.

Produzent Peter Scholz überzeugten die Facetten des Stoffes. Er versprach eine packende Geschichte über die Koexistenz der Kulturen und die Macht von Wissen und Liebe. Und er hielt Wort. Das Publikum zeigte sich begeistert von dem orientalischen Historien-Spektakel. Komponist Dennis Martin sagte: „Die Story hat alles, was ein gutes, dramatisches Musical braucht.“

Das Stück handelt vom jungen Engländer Rob Cole, der im London des frühen Mittelalters aufwächst und die Geheimnisse der Medizin erlernen will. Dafür begibt er sich auf eine gefährliche Reise nach Persien, um dort bei einem dem größten Lehrmeister seiner Zeit zu studieren. Weil ihm dies als Christ jedoch versagt bleibt, gibt sich Rob als Jude aus und riskiert damit sein Leben.

Verkörpert wird der Titelheld von Friedrich Rau. Der 33-Jährige aus Weimar lieferte eine engagierte Energieleistung ab und beeindruckte das Publikum. „Das war ein Husarenritt. Er hatte kaum Zeit zum Luftholen, das Stück kreiste permanent um ihn“, erklärte Dramaturg Jilo. Rau selbst sagte: „Es ist eine anspruchsvolle und fordernde Partie mit vielen Gesangsanteilen - meine bislang größte Rolle.“

An Raus Seite zeigte Sabrina Weckerlin, die bereits als „Die Päpstin“ das Publikum begeisterte, erneut ihr Können. In der weiblichen Hauptrolle der Mary Cullen bestach sie durch ihre Ausstrahlung und mit klarer, warmer Stimme. „Es ist ein Geschenk, mit ihr zu spielen. Wir harmonieren auch stimmlich sehr gut“, sagte Rau.

Neben diesen beiden überzeugte Reinhard Brussmann als Heiler und väterlicher Lehrmeister Ibn Sina mit sonorer Stimme. Herausragend war die Leistung des spielfreudigen Ensembles mit seinen Choreographien. Kreativ und akkurat angeleitet wurden die Tänzer und Akteure von Kim Duddy aus New York. „Ein großartiges Team“, befand Rau, „eine Fußball-EM gewinnt man auch nicht mit Einzelkönnern. Dafür braucht man eine Mannschaft. Und die hat hier eine geile Show geliefert.“

Das relativ knapp bemessene Raumangebot der Bühne wurde im Stück klug und effizient genutzt. Im Hintergrund ergänzten Videoanimationen das bewegliche Bühnenbild. „Wir haben diese Projektionen als stilisierte Realität benutzt“, erläuterte Jilo. Die eingängige musikalische Begleitung steuerte Komponist Dennis Martin bei. Im Rahmen des Musicalsommers Fulda wird das Stück bis zum 28. August mehr als 100 Mal in der osthessischen Barockstadt gezeigt.

dpa

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