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Kultur Musik in Bildern von Strawalde
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09:05 15.07.2013
Born

„Man kann es nicht allen Menschen recht machen, dazu ist die Kunst nicht da“, sagt der vielseitige Künstler Strawalde. Mit großem Publikum feierte er am Sonnabend seine Ausstellungseröffnung mit neuen Bildern in der Galerie Born. „Partitur I“, ein Blatt mit chinesischer Tusche und Stahlfeder auf Dokumentenpapier aus dem frühen 18. Jahrhundert, führt die Schau an.

„Wenn Strawalde über seine Arbeit berichtet, kommt er schnell auf das Thema Musik zu sprechen“, sagte Galerist Matthias Fuhrmann. Und so gab der Jazz-Musiker Uwe Kropinski mit seiner Gitarre den Auftakt. Er zupfte, trommelte, schlug mit beiden Füßen den Rhythmus, ließ Hornstücke von Ziegenhufen weich dazu klingen und gab ein melodisches Glissando am langen Griffbrett, nun zum dritten Mal in Born für Strawalde. Mit dem „Original“ schlägt er den Bogen zu seiner Ausstellung 2008. In dieser Collage findet sich seine „Carmen“, die er damals klassisch gerahmt präsentierte. Die ausgewählten Arbeiten zeigen das aktuelle Schaffen Strawaldes. Schwerpunkte: Collagen, Zeichnungen und Malerei. In seinem großen Gemälde „April“ verdichtet er das Regenblau, das diesem Monat zugesprochen wird. Im quadratischen „Hochland (August)“ sieht man die Hitze und hört die Stille. Und da gibt es ein kleines „Aha“ in Öl auf Leinwand, auf erhabenem Material ein Stück Seide aus Lyon eingeklebt. Reizvoll, spannend, dialektisch unterhält es sich mit dem Bildgefüge.

„Ich liebe meine Bilder. Ich vergleiche sie immer mit einem Gärtner. Irgendwann entsteht eine Blume.“ Seine Werke sind wie Rätsel. Der Betrachter ist eingeladen, diesen in sich verwobenen Zeichen, Schlingen und Figuren nachzuspüren. Für Strawalde kommt die Kunst aus der Unterhaltung mit der Natur. Die tiefsten Erfahrungen stammen aus der Kindheit. Er kam 1931 als Hans Jürgen Traugott Böttcher auf die Welt.

„Als Maler bin ich Strawalde, als Filmemacher Jürgen Böttcher. Traugott steht nur im Pass.“ Seinen Künstlernamen entlieh er dem Dorf Strahwalde in der Oberlausitz, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Tief sitzen die Kriegserinnerungen. „Keine Kohlen, das Haus zerschossen, nichts zu essen, die vielen Toten ringsum. Da halfen Gedichte von Majakowski, Brecht und Rimbaud. Die haben die Welt geöffnet, sonst wäre man verrückt geworden.“

Der ewig quälende Hunger begleitete sein Studium für Malerei in Dresden von 1949 bis 1953 an der Hochschule für Bildende Künste. Von 1955 bis 60 studierte er Regie an der Filmhochschule Babelsberg.

Er schuf Porträts über schwer arbeitende Menschen. Sein Film „Die Küche“, 1987, ist eine Hommage an die Küchenfrauen der Warnowwerft in Rostock. Sein einziger Spielfilm „Jahrgang 1945“ mit Rolf Römer und Monika Hildebrandt, gedreht 1965, wurde im Jahr darauf verboten.

In seinen Bildern geht es ihm nicht um ein Abbild seiner Umgebung. Sein Urtalent ist die Musik, der Rhythmus, gemischt mit Sensibilität und Farbe.

Elke Erdmann

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