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Kultur Musik kennt keine Grenzen
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00:06 18.05.2018
Gestern nach der Vorstellung des Festivalprogramms: Intendant Thomas Hummel (v.l.), Saxophonist Alexander Prill, Hotelier Rolf Seelige-Steinhoff, Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) und Festivaldramaturg Jan Brachmann. Quelle: Foto: Sandra Grüning

Ehemaliger Militärhafen. Golden strahlt die untergehende Sonne die Turbinenhalle des ehemaligen Kraftwerkes an. Die mächtige Halle mit ihren roten Backsteinen entrückt und bedrückt auf eine intensive Art. Bilder von Gehörtem und Gelesenem im Kopf, lässt sie niemanden kalt. Doch, wenn zweimal im Jahr diese Halle – von Musik erfüllt – dem einstigen Zweck ein Zeichen des Lebens entgegensetzt, sind das Momente, die die Seele berühren.

Auch im Jubiläumsjahr des Usedomer Musikfestivals wird die Halle wieder von Musik erfüllt werden. Denn die Peenemünder Konzerte gehören längst zum festen Bestandteil des internationalen Musikfestes.

Genauso wie das Festival längst ein fester Termin des Usedomer Jahreskalenders ist.

Das hätte sich Festivalintendant Thomas Hummel vor 25 Jahren niemals ausgemalt. Als Projekt seiner Diplomarbeit aus der Idee des Hoteliers Dr. Werner Molik und einiger anderer entstanden, mit viel Engagement und Überzeugungsarbeit ins Laufen gebracht, gehört das Festival heute zu den unbestritten bekanntesten und renommiertesten in ganz Deutschland. Dirigenten und Musiker von Weltrang gaben in den vergangenen 25 Jahren Konzerte auf der Insel. Unterstützer fand das Ereignis sogar in den Königshäusern Europas. Königin Silvia von Schweden oder Prinz Henrik von Dänemark sind und waren Botschafter für das Festival.

„Musik kennt keine Grenzen“, sagt Maira Mora, die Vorsitzende des Ostseerates in Stockholm. Und so feiert das Baltic Sea Philharmonic mit seinem Dirigenten Kristjan Järvi zur Eröffnung des Festivals am 22. September sein zehnjähriges Bestehen und gleichzeitig 100 Jahre Unabhängigkeit im Baltikum mit einem internationalen Programm aus estnischer, finnischer, lettischer, litauischer und polnischer Musik. Mit viel Engagement und Leidenschaft begeistern die jungen Orchestermusiker aus allen Ländern rund um die Ostsee alljährlich das Publikum und nehmen es mit viel Schwung mit auf ihre musikalische Reise von der Klassik bis in die Moderne. Und auch am Ende des Jubiläumsfestivals erklingt die Peenemünder Turbinenhalle noch einmal für das Abschlusskonzert mit der Radiophilharmonie des NDR Hannover und dem Violinisten Sergej Dogadin. „Dazwischen liegen drei prall gefüllte Wochen musikalischer Hochgenüsse“, kündigt Thomas Hummel an.

Von schwedischem Jazz bis zu estnischer Folklore, von barocken Tönen bis zu modernen Klangbildern, von norwegischen Liedern bis zu estnischen Chorälen, von Akkordeon-Klassik bis hin zu finnischer Mundharmonika-Kunst ist das diesjährige Programm breit gefächert und vielseitig wie nie. Die Aufführungsorte sind wie immer auf der ganzen Insel verteilt. Hotels, das Schloss Stolpe, Kirchen und Musiksäle laden mit auserlesenen Konzerten zum Musikgenuss ein. Stars wie die Sopranistin Anne Sofie von Otter, die nach langer Werbung für dieses Jahr zugesagt hat, die Schwedin Gitte Hænning, Carolin Masur, die Tochter des 2015 gestorbenen Ehrenschirmherrs Kurt Masur, der Cellist David Geringas, der Pianist Nathan Lee, das Concerto Copenhagen oder die NDR-Radiophilharmonie sind nur einige der hochkarätigen Musiker und Künstler, die der Insel im Spätsommer die Ehre erweisen.

Unter ihnen ein junger Mann, der zu Zeiten der Gründung des Festivals noch gar nicht auf der Welt war: Alexander Prill. Der 18-jährige Schweriner Saxophonist erhält in diesem Jahr den Preis des Usedomer Musikfestivals. Schon mit sieben Jahren hat er sich dem Saxophon verschrieben. Auch, weil es ihm stilistisch keine Grenzen setzt. Sein Talent für das Instrument beweist er bereits im Sommerkonzert des Musikfestivals am 9. September.

Jung und musikalisch begabt sind die Preisträger des Bundesjugendwettbewerbs „Jugend musiziert“ ebenfalls. Ihr großes Finalkonzert findet unter der Moderation der „Voice of Germany“-Gewinnerin Debbie Shippers bereits zum fünften Mal während des Usedomer Musikfestivals statt.

Ein ganz besonderes Highlight verspricht das Jubiläumskonzert „Strauß am Meer“ am 12. Oktober im Kaiserbädersaal in Heringsdorf zu werden. Die unverkennbar eingängigen Ouvertüren, Tänze und Operettenmelodien des Wiener Walzerkönigs sind für alle Einheimischen ein kostenfreier Konzertgenuss. Noch gibt es Restkarten dafür. Aber auch alle anderen Karten gibt es im Büro des Musikfestivals unter ☎ 038378/34647 oder www.usedomer-musikfestival.de.

Sandra Grüning

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