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Alicia Keys: „Ich bin nicht perfekt“

Alicia Keys: „Ich bin nicht perfekt“

Anfang November ist ihre neue Platte „Here“ erschienen / Dem OZelot sagt die Sängerin, warum sie nicht nach Perfektion strebt

Im Gespräch im Berliner „Soho House“ nimmt der 35-jährige Weltstar immer wieder Bezug auf die Liebsten – ihren Ehemann Swizz Beats und die beiden gemeinsamen Söhne Egypt (6) und Genesis (fast 2) – weiteres Thema ist die von Keys gestartete Kampagne „#nomakeup“.

Alicia, in deinem Lied „In Common“ singst du: „If you can love someone like me, you must be messed up too“, also frei übersetzt „Ganz sauber kannst du auch nicht sein, wenn du eine wie mich liebst“.

Willst du damit sagen, dass wir alle ein bisschen verrückt sind?

Alicia Keys: Exakt. Genau das ist die Botschaft des Songs. Wir alle laufen halbfertig und mängelbehaftet durch die Gegend und versuchen permanent, uns zu besseren Wesen zu machen als jenen, die wir gerade sind. Ich finde, damit muss Schluss sein. Menschen sind keine Computerprogramme, die irgendwann fehlerfrei laufen, wenn nur lange genug an ihnen herumgebastelt wurde. Niemand ist perfekt. Perfektion ist eine Illusion. Nichts Erstrebenswertes.

Für viele Menschen bist genau du das Musterbeispiel für Perfektion schlechthin: ein Klavier-Wunderkind, das im Vorschulalter schon mühelos Mozart spielt, das mit seiner ersten Single „Fallin‘“ als 20-Jährige gleich zum Weltstar wird. Eine Frau, die klug und reich ist, einen Mann und zwei Kinder hat und sich politisch engagiert. Und jetzt willst ausgerechnet du der Welt weismachen, dass Perfektionsstreben Mist ist?

Alicia: Ja. Warum denn nicht? Vieles von dem, was du aufzählst, habe ich nicht aus Berechnung gemacht. Ich konnte nichts dafür, dass ich das Klavier spielen liebte und immer noch liebe. Ich will nicht das Vorbild für den perfekten Menschen sein. Wenn, dann will ich das Vorbild für den lernenden Menschen sein. Ich bin neugierig, schnuppere überall herum und sauge alles auf.

Auf den neuen Pressefotos und Videos präsentierst du dich plötzlich fast komplett ungeschminkt. Auch jetzt zum Interview trägst du nur wenig Make-Up. Wie hat sich das angefühlt, ohne Make-up Fotos zu machen?

Alicia: Erst war das ungewohnt. Aber dann war ich richtig bei der Sache. Du fühlst dich so roh und so offen und so unverstellt. Make-up ist wie eine Rüstung, die dir vorgaukelt, stark und unverwundbar zu sein. Dabei ist es doch viel befreiender, auch mal schwach sein zu dürfen.

Hat dein Album „Here“ so etwas wie einen roten Faden?

Alicia: Das ganze Album ist mein Liebesbrief an New York. Ich bin dort geboren und habe mein Leben in dieser Stadt verbracht. Die Platte ist tief in New York verwurzelt und so kraftvoll wie die Stadt selbst.

„Hallelujah“ etwa ist eine echte Powerballade.

Alicia: „Hallelujah“ ist ein spiritueller Song, er spricht praktisch alles noch einmal an, worüber wir hier reden. Der Text dreht sich darum, wie ich tief in mir selbst einen Ort finde, an dem ich mich wohl und geborgen fühle.

Eine weitere Ballade heißt „Sacred Drug“. Hast du den Song deinem Ehemann, dem Produzenten Swizz Beatz, gewidmet?

Alicia: Oh, ja. Die heilige Droge ist unsere Liebe, und sie ist verflucht stark (lacht).

Interview von Steffen Rüth

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