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Berliner Staatsoper öffnet im Staccato-Modus

Fuß in der Tür Berliner Staatsoper öffnet im Staccato-Modus

Zwar soll Berlins renovierte Staatsoper zum Nationalfeiertag wieder öffnen. Doch danach gibt es schnell wieder eine Spielpause - zum „Nachjustieren“, wie es heißt.

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Ohne Bauzaun: Das Gebäude der Staatsoper Unter den Linden.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. Neustart im Staccato-Modus: Berlins Staatsoper Unter den Linden soll nach mehrjähriger Sanierung am 3. Oktober wieder öffnen, nach fünf Tagen aber schon wieder schließen.

Erst vom 7. Dezember an soll das Haus seinen regulären Publikumsbetrieb aufnehmen, drei Jahre später als ursprünglich geplant.

Zwar wird es nach dem am Montag vorgestellten Fahrplan zum Tag der Deutschen Einheit (3.10.) eine Eröffnungspremiere unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und der Regie von Intendant Jürgen Flimm geben. Doch danach soll das Opernhaus zwei Monate lang für die Zuschauer wieder pausieren, wie die Berliner Bau- und Kultursenatoren Katrin Lompscher und Klaus Lederer (beide Linke) mitteilten.

Politiker und Staatsoper sprachen von einem „Präludium“. Nach diesem kurzen Vorspiel könne man die Erfahrungen nutzen, um im geschlossenen Haus Technik und Abläufe auf der Bühne „nachzujustieren“. Zum 275. Geburtstag der Staatsoper soll es dann richtig losgehen.

Mitte September soll die Baustelle offiziell der Staatsoper übergeben werden. Zuvor kann sich das Ensemble bereits mit dem neuen Arbeitsplatz vertraut machen. So wollen ab 1. Juni Flimm und Barenboim für die Eröffnungspremiere proben. Um welches Werk es sich handelt, will die Staatsoper Anfang Juni bekanntgeben.

Über die jetzt offiziell verkündete Eröffnung hatte die Feder führende Bauverwaltung bisher beharrlich geschwiegen. Senatorin Lompscher sprach von einem „komplexen“ Projekt. Man habe sich erst festgelegt, als es sicher gewesen sei, dass der Termin auch eingehalten werden könne. „Wir sind auf einem guten Weg, die Eröffnung hinzubekommen“, sagte die Linke-Politikerin.

Bereits mit dem Umzug des Staatsopern-Ensembles vom Schiller Theater in den Stammsitz während der Sommerpause ab Mitte Juli soll das Haus funktionsfähig sein, betonte Bau-Staatssekretärin Regula Lüscher.

Er freue sich, bald einen Fuß in der Tür zu haben, sagte Intendant Flimm, der immer wieder auf den 3. Oktober gedrängt hatte. Allerdings könne man bei einer Baustelle über Termine nie sicher sein, schränkte er ein. Man sei schließlich in den Händen eines „Baugotts“, der Teufel niste zwischen den Mauern.

Der Umbau der Staatsoper gehört wie der neue Flughafen zu den großen Pannen-Bauprojekten in Berlin. Ursprünglich sollte der Innenraum nach einem neuen Entwurf des Architekten Klaus Roth saniert werden. Nach einer Protestwelle stoppte der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Plan und ordnete an, den Rokoko-Raum nach dem Wunsch der Denkmalschützer so zu belassen, wie ihn der DDR-Architekt Richard Paulick nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hatte. In Paulicks Sinn wird nun auch das Opernhaus in Rosarot erstrahlen.

Die CDU im Abgeordnetenhaus kritisierte die Informationspolitik des Senats. Ihr kulturpolitischer Sprecher Robbin Juhnke sprach von einer „Potemkin-Lösung“. Statt deutlich weitere Verzögerungen zu vermitteln, habe Lederer eine „Salamitaktik“ dafür gewählt, erklärte Florian Kluckert von der FDP. Der AfD-Abgeordnete Hans-Joachim Berg sprach von einem weiteren schwarzen Kapitel im stetig dicker werdenden Buch Berliner Bauskandale.

Planungsprobleme und Hindernisse im Baugrund führten immer wieder zu Verschiebungen. Besonderes Kopfzerbrechen bereitete den Bauleuten eine neue unterirdische Verbindung zwischen dem Proben- und dem Opernhaus.

Aufwendig war auch die sogenannte Nachhallgalerie unter der Saaldecke. Durch die Erhöhung um fünf Meter wurde damit ein Wunsch von Barenboim erfüllt, der eine längere Nachhallzeit der Musik von 1,6 Sekunden wollte - statt den bisher 1,2 Sekunden. Auch die Kosten uferten aus: Statt 239 Millionen wird die Sanierung mindestens 400 Millionen Euro kosten, 200 Millionen davon trägt der Bund. Den Rest muss das Land Berlin übernehmen - der Bund hatte seine Zuwendung gedeckelt.

dpa

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