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Beyoncé räumt bei MTV Video Music Awards ab

New York Beyoncé räumt bei MTV Video Music Awards ab

Wer trägt das gewagteste Kleid? Wer holt den Preis für „Video des Jahres? Wer glänzt oder floppt auf der Bühne? Die Verleihung der MTV Video Music Awards ist immer für Überraschungen gut.

New York. Vor einem Jahr war es die Nacht von Taylor Swift und Miley Cyrus. Cyrus zog als rotzfreche Moderatorin der MTV Video Music Awards mit immer knapper werdenden Kostümen alle Blicke auf sich. Swift war die strahlende Siegerin bei den Trophäen.

Keine Spur von Cyrus und Swift, als in der Nacht zum Montag im New Yorker Madison Square Garden die Mondmänner-Trophäen des MTV-Senders verteilt wurden. Die beiden waren gar nicht erst nominiert.

Die neue Königin ist „Queen Bee“ Beyoncé. Die 34-jährige „Formation“-Sängerin zog mit 11 Nominierungen ins Rennen und sahnte sensationelle acht Preise, darunter auch „Video des Jahres“, ab. 

Mit einem fulminanten Medley ihres Hit-Albums „Lemonade“ stahl Beyoncé allen die Show. Fast 20 Minuten lang fegte sie über die Bühne, mal in weißen Federn, mal in schwarzem Lack, das Publikum tobte. Es war auch ein politischer Auftritt, denn Beyoncé brachte neben Töchterchen Ivy (4) die Mütter von Männern wie Eric Garner und Trayvon Martin, prominente Opfer von Polizeigewalt, zu der Gala mit.

In „Formation“ thematisiert sie Rassismus und Polizeiwillkür gegen Schwarze. Zuletzt hatte die Sängerin, die sich seit Jahren gegen die Unterdrückung von Afroamerikanern engagiert, gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Polizeigewalt kritisiert und einen radikalen Wandel in der politischen Kultur der USA gefordert.

Es war aber nicht nur die Nacht von Beyoncé. Den Auftakt machte Rihanna, ganz in Pink, mit einer bunten Mischung von Hits wie „Don't Stop The Music“ und „We Found Love“. Danach stand die 28-jährige R&B-Sängerin noch drei Mal live auf der Bühne, als müsste sie ihr ganzes Können beweisen. Belohnt wurde die aus Barbados stammende Sängerin („Work“) mit dem „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Ein Sonderpreis für besondere Verdienste, der in Erinnerung an den Videoclip-Vorreiter Michael Jackson vergeben wird.

Rapper Drake (29), der zuvor mit „Hotline Bling“ den Preis für das „Beste Hip-Hop Video“ gewonnen hatte, kam denn auch mit einer rührenden Liebeserklärung. Er erinnerte sich an die erste Zusammenarbeit mit Rihanna. Schon mit 22 Jahren habe er sich in sie verliebt, sagte Drake. „Ich schaue zu ihr auf, auch wenn sie jünger ist“, schwärmte er auf der Bühne, bevor er der sichtlich gerührten Sängerin die Trophäe überreichte.

Mehr Rätsel gab Rapper Kanye West auf, der schon im vorigen Jahr auf der MTV-Bühne zwölf Minuten lang über alles Mögliche redete, mit dem Schlussakkord, er werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren. Diesmal hatte er nur vier Minuten, aber Zeit genug, um die hohe Mordrate in Chicago anzuprangern, sein „Famous“-Video zu preisen und sich mit „seinen Vorbildern“ wie Steve Jobs und Walt Disney zu vergleichen.

Die Frau des Rappers, Kim Kardashian West, im vielleicht durchsichtigsten und am tiefsten ausgeschnittenen Kleid des Abends, kündigte auf der Bühne die „triumphale Rückkehr“ von Britney Spears an. Die frühere Pop-Prinzessin wagte sich nach knapp zehn Jahren erstmals wieder live auf die MTV-Bühne. Dort hatte sie schon oft für Schlagzeilen gesorgt.  

2001 tanzte sie zu „Slave 4 U“ leicht bekleidet mit einer lebendigen Schlange um den Hals. Bei der Verleihung der MTV Video Music Awards im Jahr 2003 kam es zum leidenschaftlich Kuss-Austausch mit Madonna. Doch 2007 endete das versprochene „Comeback“ in einem ungelenken Auftritt in Glitzer-BH und Hot-Pants, der ihr bösen Spott einbrachte. 

Spektakulär wie Rihanna und Beyoncé war Spears sicher nicht, als sie sich im sexy Einteiler an der Seite von Rapper G-Eazy zu „Make Me“ auf der Bühne räkelte. Doch eins muss man anerkennen: Sie heizt dem Publikum immer noch ein, wie bei ihrem MTV-Debüt im Jahr 2000, als die damals 18-Jährige zu „Oops! I Did It Again“ einen gewagten Striptease hinlegte. Seither holte sie 28 Nominierungen und nahm schon fünf Mondmänner mit nach Hause. 

dpa

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