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Musik Birdy: „Ich wollte Dampf machen!“
Nachrichten Kultur Musik Birdy: „Ich wollte Dampf machen!“
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00:00 14.04.2016

Jasmine Lucilla Elizabeth Jennifer van den Bogarde (19) hat so einen tollen Namen, dass man ihn einfach noch mal aufschreiben muss. Kaum weniger großartig ist freilich „Beautiful Lies“, das dritte Album des Gerade-noch-Teenagers. Das Mädchen überrascht beim Treffen in einem Privatclub in Notting Hill zunächst durch irritierende Schmatz- und Schnalzlaute. „Entschuldige bitte“, sagt Birdy, die in kariertem Rock und weißem, engem Rollkragenpullover aussieht, als käme sie direkt aus dem Nobel-Internat, zur Begrüßung, „ich muss unbedingt dieses Bonbon lutschen, sonst verliere ich meine Stimme.“

Ist inzwischen 19 Jahre, zieht sich gerne zurück und hat gerade ihre dritte Platte herausgebracht: die Britin Birdy. Quelle: Olivia Bee

Ich bin immer noch introvertiert, aber selbstbewusster geworden.“Birdy, Sängerin

Birdy, auch wenn du hier nur noch krächzen kannst — auf deinem Album klingt deine Stimme deutlich forscher und kräftiger als zuvor. Wie kommt das?

Birdy: Die neuen Songs drängen stärker nach außen, ich selbst dränge stärker nach außen. Ich wollte mit meiner Musik unbedingt mal ein bisschen mehr Dampf machen, ein bisschen mehr Pep reinbringen. Zum ersten Mal habe ich Songs gemacht, die so klingen, als sei ich gut drauf.

Du bist also nicht mehr das verhuschte, schüchterne Mädchen, das vor fünf Jahren mit der Cover-Version von Bon Ivers „Skinny Love“ berühmt wurde?

Birdy: Damals war ich 14, und diese Welt war total neu für mich. Ich bin immer noch introvertiert, aber ich bin selbstbewusster geworden. Wenn es sein muss, kann ich auch tough sein. Aber es ist immer noch so, dass ich nicht viel Trubel brauche. Ich bin gern ein wenig traurig, dann kann ich am besten meine Emotionen anzapfen für neue Songs. Ich kann sehr gut alleine sein, am liebsten mag ich es, wenn nur mein Piano und ich im Raum sind.

Worum geht es in deinen Songs? Über welche „Beautiful Lies“ sprichst du konkret?

Birdy: Vor allem über die Lügen, mit denen wir uns selbst das Leben schwer machen. Mir fällt es oft schwer, unschönen Wahrheiten ins Gesicht zu sehen. Ich kann mich nicht gut von Menschen trennen, ich bin relativ anhänglich. Doch ich habe lernen müssen, dass ein Festhalten nicht immer die richtige Entscheidung ist. In „My Mind is a Runaway“ beklage ich das eigene Herumlavieren. Ich bin eine Tagträumerin, die ewig im Kopf auf Fragen herumkaut, ohne zu abschließenden Antworten zu kommen.

Hast du die Lieder wieder in Los Angeles aufgenommen, so wie die deines vorherigen Albums?

Birdy: Nein. Ich habe das Album diesmal in London geschrieben, und ich war auch hier im Studio. Wenn ich komponiere, dann versinke ich sehr tief in mir selbst, das geht viel besser im englischen Regen als in dieser krassen kalifornischen Helligkeit. Dieses Album fühlt sich mehr denn je nach mir an. Ich habe besser gelernt, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn mir etwas nicht gefiel. Und ich habe mehr denn je allein entschieden, bin noch unabhängiger und selbstständiger geworden mit meiner Musik.

Live: 20. April, Hamburg (Docks)  6. Mai, Berlin (Astra Kulturhaus)  http://officialbirdy.com/

Von Interview von Steffen Rüth

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