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Musik Britney Spears wie Phönix aus der Asche
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08:54 01.09.2016
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Hamburg

Nichts anderes als eine neue Ära will Britney Spears mit ihrer neuen Platte einläuten. Seitdem die 34-Jährige ihr Album Nummer neun Anfang August ankündigte, läuft die Promo auf Hochtouren.

Alle paar Tage taucht eine weitere ihrer neuen Singles im Netz auf. Jetzt ist die ganze Pracht namens „Glory“ erschienen. Und Britney hält durchaus, was sie verspricht.

Mit „Make Me...“ zielt sie auf den aktuellen Pop-Zeitgeist: Die R&B-Downtempo-Ballade ist ein solider Comeback-Song. Doch Anwärter Nummer eins auf den größten Hit der Platte ist das vorab veröffentlichte „Do You Wanna Come Over?“. Der pulsierende Booty-Call-Song („Schatz, wenn du willst, könnten wir einige Frustrationen loswerden“) ist feinster Electropop für Millennials in Zeiten von Dating-Apps wie Tinder und Co.

Beinahe drei Jahre sind seit Spears' letzter Platte vergangen, und die war für ihre Verhältnisse massiv gefloppt: Gerade mal Platz vier in den US-Charts hat „Britney Jean“ erreicht. Was waren es im Gegensatz dazu noch für Zeiten, als der internationale Pop nicht an ihr vorbeikam! „...Baby One More Time“, „Oops!... I Did It Again“, „Toxic“ oder ihr vielleicht bester Song „I'm A Slave For You“: Britney war das Phänomen der Jahrtausendwende. Ihr Beiname „Princess of Pop“, er rührt aus dieser Zeit.

Was danach kam, ist in den Gazetten rauf und runter dekliniert worden. Mit dem allmählichen Abflachen der musikalischen Qualität rückte Spears' Privatleben mehr und mehr in den Vordergrund: Kurzzeit-Ehe, Alkoholsucht, Kopfrasur, Sorgerechtsstreit, Entzugsklinik. Der Absturz des ehemaligen Kinderstars geschah mitten im Rampenlicht.

Seit 2013 allerdings scheint vieles wieder in der Spur zu sein. Spears bekommt ein Engagement in Las Vegas. Ihre Show „Britney: Piece Of Me“ ist so erfolgreich, dass sie entgegen ursprünglicher Pläne sogar bis 2017 verlängert wurde. Weiterhin gehört sie zu den weltweit bestbezahlten Musikerinnen. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ errechnete für 2015 Einnahmen von 31 Millionen US-Dollar. Damit liegt sie zwar weit hinter dem Top-Duo Katy Perry und Taylor Swift, aber immerhin noch vor Rihanna und Jennifer Lopez.

Auf „Glory“ beweist Spears: Mit den genannten Damen kann sie allen Abgesängen zum Trotz auch heute noch mithalten. Der sphärische Album-Opener „Invitation“ zeigt gleich, dass hier nicht mit dem Vorschlaghammer der große Hit angegangen wird, sondern sanft am modernen Pop-Kontur gearbeitet wird. Und auch das, was Spears auf dem Rest der Platte bietet, ist alles in allem großes Kino.

Das flehentliche Mantra im hallend-eisigen „Just Luv Me“ pflanzt sich direkt ins Ohr. In „What You Need“ bricht sie in einen lockeren Südstaaten-Sound aus. Und allein für das großartige „Change Your Mind“ lohnt sich der Griff zur um fünf Songs erweiterten Deluxe-Variante. Das Schmankerl: In den treibenden Club-Knaller „Clumsy“ setzt Spears ein verschmitztes „Oops“. Soviel Chuzpe muss man erstmal haben.

„Es hat einige Zeit gebraucht, aber ich denke, wir haben es auf ein Level gebracht, auf dem ich sehr, sehr glücklich mit dem bin, was ich habe“, hat Spears jüngst im US-Radio gesagt. Zwei Jahre arbeitete sie an der Platte. „Es ist cool, es ist wirklich ganz anders. Ich glaube, es ist mein hip-hoppigstes Album.“

Die Platte strotzt nur so vor lebhaften Pop-Perlen. Bleibt abzuwarten, ob der Ballast aus Spears' privater Vergangenheit wie ein Mühlstein an „Glory“ hängt. Das hätte das Album aber überhaupt nicht verdient.

dpa

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