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Christoph Marthaler entzückt mit Stuttgart-Debüt

Stuttgart Christoph Marthaler entzückt mit Stuttgart-Debüt

Vor zwei Jahren feierte Christoph Marthaler mit seiner Version von „Hoffmanns Erzählungen“ in Madrid einen Publikumserfolg. Nun ist die Koproduktion mit der Staatsoper Stuttgart auch hier gelandet.

Stuttgart. Nackte Frauen und Künstler im Alkoholrausch - der Schweizer Kultregisseur Christoph Marthaler (64) hat mit „Hoffmanns Erzählungen“ zum ersten Mal eine Inszenierung für die Staatsoper Stuttgart abgeliefert.

Das Premierenpublikum nahm das in einem Zeichensaal auch mit splitternackten Models inszenierte Boheme-Drama um den Künstler Hoffmann am Samstagabend entzückt auf. Marthalers künstlerischer Weggefährte Sylvain Cambreling, aktuell Generalmusikdirektor der Oper, führte das Ensemble mit blitzsauberem Klang durch die etwa dreistündige Oper von Jacques Offenbach.

Vor allem die wegen ihres Koloratursoprans international geschätzte Ana Durlovski setzte zur Freude vieler Zuschauer als Olympia Glanzpunkte. Szenenapplaus und am Ende „Bravo“-Rufe gab es auch für ihre Mitstreiterinnen als Hoffmann-Liebschaften Antonia (Mandy Fredrich) und Giulietta (Simone Schneider). Von diesen drei Frauen träumt Hoffmann, dessen Fantasiewelt Tenor Marc Laho mimisch und stimmlich kraftvoll zeichnete.

Das surreale Drama aus der Welt der französischen Boheme dreht sich ganz um die innere Zerrissenheit des Künstlers, der in einer tiefen Lebens- und Schaffenskrise steckt. Die in Koproduktion mit dem Teatro Real Madrid entstandene Inszenierung hatte in Spanien bereits im Mai 2014 eine gelobte Premiere gefeiert. Die Bühne richtete die in Stuttgart bestens bekannte Anna Viebrock (auch Kostüme) ein.

Anfang Dezember gibt es noch einmal Jacques Offenbach (1819-1880) in Stuttgart - dann „Orpheus in der Unterwelt“ in der Regie von Armin Petras, der im Nachbargebäude der Staatsoper das Schauspiel als Intendant führt. Opernintendant Jossi Wieler ließ am Premierenabend auch seine beiden mit dem Dramaturgen Sergio Morabito geplanten Inszenierungen für 2017 ankündigen: Georg Friedrich Händels „Ariodante“ im März und dann im Juni „Pique Dame“ von Peter Tschaikowsky.

Weitere Premieren der nächsten Spielzeit sind „Faust“ von Charles Gounod in der Regie von Frank Castorf im Oktober dieses Jahres und Anfang Mai 2017 „Der Tod in Venedig“ von Benjamin Britten in einer Regie und Choreographie von Demis Volpi. Diese Pläne sollen am 2. Juni offiziell vorgestellt werden. Das Staatstheater in Stuttgart ist das größte Dreispartenhaus der Welt.

dpa

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