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Comeback (fast) ohne a-ha-Effekt

Berlin Comeback (fast) ohne a-ha-Effekt

Die Band a-ha ist zurück, jedenfalls für kurze Zeit. In Berlin zünden die Norweger ein Hit-Feuerwerk. Sie sind rockiger als zuvor - und müssen sich trotzdem die Frage stellen, ob die Bühne ihnen noch Spaß macht.

Berlin. Der Frieden hat nicht lange gehalten. Enthusiastisch hatte die Synthie-Pop-Band a-ha im vergangenen Jahr ihr Comeback angekündigt. Neues Album, neue Tour zum 30. Bandjubiläum. „a-ha ist unser gemeinsames Schicksal“, zeigten sich die Norweger überzeugt.

Jetzt sind sie mitten in der „Cast in Steel“-Tour - und Leadsänger Morten Harket macht klar: Danach ist es endgültig aus.

„Das Kapitel a-ha ist für mich ohnehin abgeschlossen“, sagte der 56-Jährige kürzlich der Schweizer Zeitung „Blick“. „Wir drei sind uns einfach nicht mehr nah genug, um neue Platten zu produzieren, dauernd um die Welt zu reisen und Konzerte zu geben.“ Der Tourabschluss am 7. Mai in Norwegen soll wirklich das letzte Konzert sein.

Vorher stand a-ha am Mittwoch aber in Berlin auf der Bühne, vor 11 500 begeisterten Fans. Die warteten weniger auf die neuen Songs als auf die Hits der 80er Jahre, auf „Hunting high and low“, auf „Take on me“ oder „Crying in the rain“ (Harket im Duett mit der wunderbaren Background-Sängerin Annelie Drecker). Da sprang der Funke über, wurde gesungen, gekreischt, geschwärmt bei jedem Grinsen des einstigen Teenieschwarms Harket, der auch mit 56 Jahren noch immer die Blicke auf sich zieht.

Die a-ha-Stars, allen voran Harket, wirkten dagegen weit weniger enthusiastisch als ihre Fans. Kaum Kontakt zum Publikum, das der Leadsänger mit seiner dunklen Sonnenbrille zu Beginn sicher kaum sehen konnte. Wenig Interaktion auch unter den Musikern, wenig Bewegung zur Musik, fast stoisch stand Harket am Mikrofon. Die drei, so schien es, haben sich tatsächlich nicht mehr viel zu sagen.

Musikalisch lieferte a-ha eine makellose Show ab. Rockiger als gewohnt dominierten diesmal Schlagzeug- und Gitarren-Sounds. Harket zieht seine Falsettstimme noch immer problemlos in die Höhen. Da klingt kein falscher Ton - und man verzeiht schnell, dass es ihm, den Daumen gelangweilt im Hosenbund, ziemlich an Bühnenpräsenz mangelt. a-ha kann Musik, mindestens so gut wie zu Hitzeiten, und scheint trotzdem nicht mehr ganz mit dem Herzen dabei.

Die Arbeit mit a-ha erfülle ihn nicht mehr, sagt Harket. Die Bühnen-Euphorie hat sich nach 30 Jahren abgenutzt. Was er nach dem letzten Konzert tun will? „Barfuß rauslaufen und das Licht löschen.“

dpa

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