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Deep Purple gelingt würdiges Finale

Start der Abschiedstournee Deep Purple gelingt würdiges Finale

Die Alt-Rocker von Deep Purple haben in der Münchner Olympiahalle ihre mit „The Long Goodbye“ betitelte Abschiedstournee durch Deutschland gestartet - 100 Minuten Hardrock vom Feinsten.

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Die legendäre Gruppe „Deep Purple“ startete in München ihre Abschiedstournee. Die fünf Altrocker um Sänger Ian Gillan hatten auf der Bühne viel Spaß.

Quelle: Sven Hoppe/dpa

München. Das soll's also gewesen sein? Aus und vorbei? Die „The Long Goodbye“-Tour soll die letzte Konzertreise von Deep Purple sein. Immerhin: eine Welttournee, die, wie Schlagzeuger Ian Paice im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte, bis zu „drei Jahre dauern“ könnte.

Am Freitag haben die Rocker in München den Deutschland-Part der Tour gestartet. Von Wehmut war dennoch nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Sänger Ian Gillan, mittlerweile 72 Jahre alt, war ganz nach Späßchen und vokalen Experimenten; und auch seine vier Mitstreiter - neben Ian Paice der Bassist Roger Glover, Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey - hatten sichtlich Spaß an ihrem Beruf als Rockmusiker.

Mitunter um einen Tick zu viel Spaß. Denn so mancher Solo-Ausflug, vor allem von Airey, Nachfolger des 2012 gestorbenen Ur-Purple Jon Lord, endete nach endlosen Takten Keyboard-Bombast in der musikalischen Belanglosigkeit. Und auch Steve Morse, der platinblonde Amerikaner und seit 1994 Nachfolger des im Streit ausgeschiedenen Gründungsmitglieds Richie Blackmore, durfte in fast jedem Track sein durchaus imposantes Können unter Beweis stellen.

Das eigentlich Überraschende dieser Abschieds-Sause ist aber die Zusammenstellung der Songliste. Anstatt ein ultimatives Best-Of der fast 50-jährigen Bandgeschichte zu bieten, präsentierten Gillan & Co. einen Mix aus neuen Songs, Album-Tracks der zweiten Reihe und - selbstverständlich - einige ihrer ikonenhaften Klassiker.

Gleich vier Titel ihres aktuellen Albums „inFinite“ drückten der ersten Konzerthälfte den Stempel auf. Obwohl das Publikum mit der frischen Kost wenig vertraut war, zündeten Titel wie das ungewohnt im Pop angesiedelte „Johnny's Band“ und das hymnisch-düstere „Birds Of Prey“ durchaus.

Einen schwereren Stand hatten da schon Songs wie das gemächliche „Bloodsucker“, das als wuchtige Rockoper angelegte „Uncommon Man“ und auch das recht neue, mit Metal flirtende „Hell To Pay“. Gegen Ende der rund 100-minütigen Show zog die Formation natürlich noch mal alle Register: „Perfect Stranger“, „Space Truckin'“ und die Rockhymne „Smoke On The Water“.

Bei den Zugaben „Highway Star“, „Hush“ und „Black Night“ war die Band dann schließlich wieder da angelangt, wo sie seit knapp einem halben Jahrhundert residiert: auf dem Thron des Hard-Rock. Man wird diese musikalische Institution vermissen.

Die Tour führt die Rocker um Sänger Ian Gillan weiter nach Hamburg (30.5.), Köln (6.6.), Dortmund (7.6.), Leipzig (9.6.), Frankfurt (10.6.), Berlin (13.6.) und Stuttgart (14.6.).

dpa

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