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Die Stones rocken Kuba mit Gratiskonzert

Havanna Die Stones rocken Kuba mit Gratiskonzert

Es ist das erste Konzert einer britischen Rockband in Kuba und dazu noch mit freiem Eintritt. Der Andrang wird riesig sein. Aber auch die Stones sprechen von einem ganz besonderen Ereignis.

Havanna. I can't get no satisfaction: Erstmals gibt am Freitag eine britische Rockband ein Konzert im sozialistischen Kuba, und dann gleich die legendären Rolling Stones. Zehntausende Kubaner werden erwartet zu dem Konzert der Band um Leadsänger Mick Jagger auf einem riesigen Sportfeld der Ciudad Deportiva in der Hauptstadt Havanna.

Das Konzert ist umsonst, angesichts eines Durchschnittslohns von rund 20 US-Dollar im Monat wären normale Ticketpreise für die Menschen auch gar nicht zu bezahlen. Es werden lange Schlangen am Eingang erwartet, es gab keine Verteilung von Gratistickets im Vorfeld. Es können nach Angaben der kubanischen Behörden rund 200 000 Rockfans Einlass finden.

Auch wenn die große „Olé“-Tour durch Lateinamerika nach dem letzten Konzert in Mexiko-Stadt Mitte März eigentlich schon beendet war, hatten die Rolling Stones das langersehnte Konzert noch kurzfristig drangehängt. Zunächst sollten sie schon am vergangenen Wochenende in Havanna spielen, doch wegen des historischen Besuchs von US-Präsident Barack Obama auf der Insel wurde es auf diesen Freitag verschoben.

Wie das kubanische Zentralorgan „Granma“ berichtete, wollen die Musiker diverse Instrumente und Musik-Equipment als Spende kubanischen Musikschulen zur Verfügung stellen. „Während unserer langen Karriere haben wir an vielen speziellen Orten gespielt“, betont die Band. Aber das Konzert in Havanna werde ein ganz besonderes Ereignis „für uns, und hoffentlich für alle unsere Freunde in Kuba“. Bisher hat keine britische Rockband im lange isolierten Kuba gespielt, zuvor waren vor allem lateinamerikanische Stars zu Gast, etwa der kolumbianische Sänger Juanes.

Staatschef Raúl Castro (84) verfolgt eine vosichtige Öffnungspolitik, er will mehr Touristen in das Land locken, um die staatlichen Einnahmen zu stärken. 2015 kamen bereits über drei Millionen Touristen in den Karibikstaat. Die Menschen in Kuba sprechen seit Tagen über das Ereignis, viele kennen die Rock-Hits der Briten.

Im Zuge der Öffnungspolitik gibt es auch ein paar Internet-Hotspots, aber der Zugang zum Internet und damit zu Musik-Downloads ist für die meisten Kubaner unerschwinglich, auch Smartphones sind hier kaum vorhanden, so dass es ein seltener gewordenes Bild gibt. Die Menschen sitzen abends zu Tausenden an der Hafenpromenade, dem Malecón, und unterhalten sich oder musizieren. Kuba hat eine lange Musiktradition, unterstrichen wurden dies durch Filme wie „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders.

dpa

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