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E-Gitarre und Luftküsschen - Ramazzotti in München

München E-Gitarre und Luftküsschen - Ramazzotti in München

Es wird dunkel. Tosender Applaus. Aus einer Art Labyrinth heraus tritt er auf die Bühne. Jeans, Nietengürtel, schwarzes T-Shirt, weiße E-Gitarre. Das kurze Solo genügt und seine Fans wissen: Eros Ramazzotti ist wieder da.

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Der Sänger Eros Ramazzotti startete furios in seine neue Tour. Foto: Tobias Hase

München. Älter und grauer ist er geworden, doch seine Stimme klingt stark und jung wie eh und je. Der Tourauftakt in München klingt vielversprechend - bis Mitte Mai gibt Ramazzotti sieben weitere Konzerte in Deutschland.

Drei Jahre Zeit hat sich der italienische Superstar gelassen. Jetzt ist er mit seinem zwölften Studioalbum „Noi“ (Wir) wieder auf Tour. In München legte er am Freitagabend vor 8000 Fans einen umjubelten Start hin. Seinem Stempel „Schmusesänger“ wird er dabei ganz und gar nicht gerecht. Die Show ist wenig romantisch, sondern extrem rockig, laut, bunt und mitreißend. Seinen typischen Eros-Charm versprüht er trotzdem, wackelt kess mit dem Hintern und verteilt Luftküsse ans Publikum.

Still war es in den vergangenen Jahren um Ramazzotti geworden. Wenn man seinen Namen hörte, dann meist um Zusammenhang mit seiner Ex-Frau Michelle Hunziker. Die 36-Jährige Schweizerin machte Karriere im deutschen Fernsehen, während bei Ramazzotti die ganz großen Hits ausblieben. Lange galten der Musiker und das Model als eins der Traumpaare im Showbusiness. Den Namen von Tochter Aurora (16) ließ sich Ramazzotti auf den Unterarm tätowieren und schrieb ein Lied für sie. 2002 war die Ehe am Ende.

Die Trennung schien nicht einfach zu sein für Ramazzotti, der im Herbst 50 Jahre alt wird. Doch er hat einen Neustart geschafft und eine neue Liebe gefunden. Mit seiner Lebenspartnerin Marica Pellegrinelli, die halb so alt ist wie er, bekam er 2011 sein zweites Kind. „Es ist natürlich eine ganz andere Geschichte, wenn man ein Kind mit 33 Jahren bekommt, als wenn man mit fast 50 Jahren Vater wird“, sagte er vor kurzem in einem Interview. Inzwischen nehme er sich mehr Zeit, und auch sein Kopf sei mehr bei seiner Familie. Auf „Noi“ ist auch das Brabbeln von Töchterchen Raffaela Maria zu hören - in „Una tempesta di stelle“ („Ein Sturm von Sternen“).

Auch in seiner Arbeit gab es Veränderungen. Ramazzotti wechselte Plattenfirma und Management, experimentierte mit neuen Musikstilen wie Rap und arbeitete mit Stars wie der früheren Frontfrau der Pussycat Dolls, Nicole Scherzinger, zusammen.

Das Konzept geht auf. Auch wenn seine neuen Songs nicht die Ohrwurm-Qualitäten haben wie „Piu bella cosa“ oder „Fuoco nel fuoco“ und nicht mehr so sehr nach Sommerurlaub in Italien klingen, kommen sie beim Publikum an. „Noi“ wurde weltweit bereits 600 000-mal verkauft und in Italien dreifach mit Platin ausgezeichnet. Beim Konzert in München hält es die Fans nicht lange auf den Sitzen. Es wird laut gesungen, geschwoft und gejubelt.

Der 49-Jährige flirtet in der zweistündigen Show ausgiebig mit seinem Publikum, begrüßt einen Fan mit „Ciao Marion“ und lässt immer wieder deutsche Wörter fallen wie „Guten Abend“, „Wie geht's?“ und „Dankeschön“. Riesig ist die Begeisterung dann, als er von der Bühne kommt, seinen Fans die Hände schüttelt und einer blonden Frau mit Strubbelfrisur durch die Haare wuschelt. Er legt mehrere humorvolle Samba-Einlagen ein und kickt übermütig zwei Scheinwerfer von der Bühne.

Ramazzotti überlässt bei seinen Shows nichts dem Zufall. „Absolute Perfektion gibt es nicht. Ich versuche trotzdem, sie zu erreichen“, sagte er einmal. Der Sänger steht seit knapp 30 Jahren auf der Bühne und hat mehr als 55 Millionen Platten verkauft. Er investiert 140 000 Euro in seine Shows. Ein Teleprompter läuft immer mit, falls er seinen Text vergisst. 100 Leute sind an der Tour beteiligt, zwölf Trucks werden gebraucht, um die Bühne zu transportieren. Die dreidimensionalen Dreiecke und Würfel, die an Schnüren nach oben gezogen werden können, dienen abwechselnd als Kulisse und Leinwand.   

Spaß, Tempo und gekonnte Soli mit der E-Gitarre überwiegen eindeutig. Sogar als Ramazzotti endlich seinen Riesenhit, die Ballade „L'aurora“ singt, lässt er es nicht zu schnulzig werden, wechselt zwischendurch Tempo und Spielart. Gänsehaut kommt dennoch auf - etwa beim Duett „Piu che puoi“. Und bei der Zugabe gibt es noch einmal Eros pur: a cappella - nur seine unverwechselbare Stimme.

 

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dpa

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