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Musik Ein Juwel: Bayreuther Opernhaus renoviert
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20:29 17.04.2018
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der Bühne des renovierten Opernhauses in Bayreuth. Quelle: Nicolas Armer
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Bayreuth

Wo lange Zeit der Holzwurm nagte, regiert ab sofort wieder höfische Pracht. Nach mehr als fünfjähriger Renovierung ist das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth am Donnerstagabend wiedereröffnet worden - mit einem Festakt und anschließender Opernaufführung.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach vom Anbruch eines „neuen Goldenen Zeitalters“, nicht nur für Bayreuth, sondern für das barocke Musiktheater insgesamt, das weltweit auf nur wenige vergleichbare Aufführungsstätten zurückgreifen kann.

Das Opernhaus war von 1744 an in vier Jahren Bauzeit errichtet worden. Heute gehört es zu den wenigen original erhaltenen Logentheatern des 18. Jahrhunderts. Aufgrund seiner großen kulturellen Bedeutung wurde es im Jahr 2012 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen.

„Konservieren statt Restaurieren“ - so könnte man das vom Würzburger Kunstgeschichtsprofessor Matthias Staschull entwickelte Sanierungskonzept zusammenfassen. Statt großzügiger Aufhellung der Farbaufträge hat man sich während der knapp 30 Millionen Euro teuren Arbeiten auf sanfte Retuschen beschränkt. Waren originale Farbschichten nicht mehr vorhanden, verzichtete man sogar gänzlich auf eine Rekonstruktion. Auch die Verwendung von Blattgold fiel im Vergleich zu ähnlichen Renovierungsprojekten wenig verschwenderisch aus, was dem Zuschauerraum - eine für barocke Residenztheater typische Konstruktion aus Stein, viel Holz und Leinwänden - seinen charakteristischen matten Schimmer bewahrt hat.

Für einen großzügigeren Raumeindruck sorgt der Rückbau der Bühne, die in den 1930er Jahren wegen der eminenten Heizkosten um etwa 40 Prozent verkleinert worden war. In ihre originale Größe zurückversetzt, gibt sie nun die Sicht auf die ungewöhnliche Ausdehnung des Bühnenraums wieder frei. Dezent und ohne Auswirkungen auf den optischen Gesamteindruck sind weitere größere Umbaumaßnahmen geblieben, darunter die Vergrößerung des Orchestergrabens oder der Einbau einer neuen Entlüftungsanlage sowie einer LED-Beleuchtung.

Bei der Wiedereröffnung wurde mit Johann Adolph Hasses „Artaserse“ just jene Oper aufgeführt, mit der das Haus vor 270 Jahren eröffnet worden war - jetzt war es eine Vorstellung der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Auch in akustischer Hinsicht konnten dabei die Restaurierungsarbeiten überzeugen. Denn sowohl die Singstimmen auf der Bühne als auch der Klang des in typischer Barockbesetzung spielenden Orchesters verteilten sich in Lautstärke und Klangbalance perfekt noch bis in die obersten Ränge.

Die Gäste - darunter mit Georg Friedrich Prinz von Preußen ein Nachfahre der Bauherrin Wilhelmine von Bayreuth - zeigten sich sichtlich beeindruckt. Söder sprach von einem einzigartigen Juwel barocken Musiktheaters, das nun wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahle. „Bayreuth hat Welt-Niveau. Das Markgräfliche Opernhaus ist ein bedeutender Teil unserer kulturellen Identität, in Franken und ganz Bayern“, sagte Söder.

Das Markgräfliche Opernhaus war auch der Grund, warum der Komponist Richard Wagner im 19. Jahrhundert nach Bayreuth kam. Zwar erwies sich das barocke Haus für seine Bühnen-Ideen als unbrauchbar, in der Stadt blieb er trotzdem - und errichtete hier sein Festspielhaus. So hat Bayreuth zwei weltweit bedeutsame Opernhäuser vorzuweisen.

dpa

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