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„Entertainerin des Jahrhunderts“: Diana Ross wird 70

New York „Entertainerin des Jahrhunderts“: Diana Ross wird 70

Eigentlich sollte sie Diane heißen, doch der Beamte machte in der Geburtsurkunde versehentlich aus dem e ein a. In ihrer Jugend stellte sie sich mal als Diane, mal als Diana vor.

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Die amerikanische Sängerin Diana Ross hat im Laufe ihres Lebens Höhen und Tiefen erlebt. Foto: Wolfgang Kumm

New York. Eigentlich sollte sie Diane heißen, doch der Beamte machte in der Geburtsurkunde versehentlich aus dem e ein a. In ihrer Jugend stellte sie sich mal als Diane, mal als Diana vor.

Heute ist geklärt, wie die „Entertainerin des Jahrhunderts“ (Billboard) und die „erfolgreichste Musikerin aller Zeiten“ (Guinnessbuch der Rekorde) heißt: Diana Ross hat es von einem Mädchen aus einfachen Verhältnissen zu einem der großen Stars des 20. Jahrhunderts , zu einer Legende, einer Diva gebracht. Am 26. März wird sie 70.

Als sie in der Industriestadt Detroit zur Welt kam, war ihr Vater gerade im Krieg - aber auch später sah sie nicht viel von ihm. Arm war die Familie nicht, aber große Zukunftschancen durfte sich das schwarze Mädchen nicht ausrechnen. Auch nicht der vierjährige Nachbarsjunge namens William Robinson, den alle nur Smokey nannten.

Die Kleine sang im Kirchenchor, und so wurde die 15-Jährige von einem neuen Plattenlabel als Chorsängerin angeheuert. Dieses Label, das auch schwarzen Künstlern faire Bedingungen bieten wollte, entstand in Detroit, der Motorstadt der USA. Und so nannte es sich Motown.

„Motown“ wurde nicht nur erfolgreich, es wurde ein ganzes Genre und ging in die Musikgeschichte ein. Smokey Robinson war einer ihrer führenden Köpfe, aber der Stars aller Stars wurde Diana Ross. Innerhalb von ein paar Jahren brachte sie es vom Hintergrundmädchen zur Göttin des Soul, zur Diva, zur mehrfachen Millionärin und nicht zuletzt zur Identifikationsfigur von Millionen Schwarzen. Und nach Ross fanden auch Weiße nichts dabei, zu schwarzer Musik zu tanzen.

Gut, eigentlich waren es ja drei Frauen, die die „Supremes“ bildeten. Aber wer erinnert sich schon noch an Florence Ballard oder Mary Wilson? Oder die anderen Sängerinnen, die mal dabei waren? Das Gesicht der „Supremes“, die nach wie vor als Amerikas erfolgreichste Sängerinnen gelten und zu Hause so populär waren wie die Beatles, war Diana Ross. Zwölf Nummer-eins-Hits schafften die Frauen. Und auch wenn Kritiker mäkelten, die Fans waren von der Dynamik - und nicht zuletzt der Erotik - hingerissen.

Als sich die Gruppe trennte, war Ross die Einzige, bei der es mit einer Solokarriere klappte. Und wie! „Ain't No Mountain High Enough“ wurde den Händlern fast aus den Händen gerissen. Sie trat im New Yorker Central Park auf, füllte Stadien und einmal auch die Alte Oper in Frankfurt. Und sie verkörperte in einer Filmbiografie Billie Holiday und bekam dafür eine Oscar-Nominierung.

Billie Holiday, das war die Sängerin, die mit dem Erfolg nicht fertig wurde und an Alkohol und Heroin zugrunde ging. Auch Ross machte Schlagzeilen: Ein Polizei-Video, das sie sturzbetrunken zeigte, eine Gefängnisstrafe, die sie wegen bevorzugter Behandlung ein zweites Mal absitzen musste, Wutausbrüche im Fernsehen und Angriffe auf eine Sicherheitsbeamtin am Londoner Flughafen bewegten Fans und Medien. Doch nach einer Entziehungskur 2002 trat wieder Ruhe ein.

An den Ruhestand denkt sie aber offenbar noch nicht. Diana Ross füllt weiterhin Konzertsäle in aller Welt, trat bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo auf und wurde von George W. Bush ebenso geehrt wie von seinem Nachfolger Barack Obama.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Start ihrer Karriere, nach zwei gescheiterten Ehen und mit fünf Kindern gehört die Entertainerin noch immer zu den Spitzenverdienern ihrer Branche. Für ihr Leben gilt das, was sie 1983 dem Publikum im Central Park zurief, als das Konzert wegen eines Sturms abgesagt werden sollte: „Es hat mich mein ganzes Leben gekostet, hierher zu kommen. Und ich werde nicht gehen!“



dpa

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