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Experte: Streaming ist zentraler Treiber im Musikmarkt

Mannheim Experte: Streaming ist zentraler Treiber im Musikmarkt

Die Zukunft der Musik spielt sich im Netz ab - aber die CD ist trotzdem noch lange nicht tot. Auf dem „Future Music Camp“ in Mannheim diskutieren Experten über die Musik von morgen. Ein Plädoyer geht an die Künstler: Stelle dich online stark auf, dann läuft's.

Mannheim. CD-Verkäufe bleiben in Deutschland aus Expertensicht trotz Musik-Downloads und Streaming-Diensten noch lange wichtig.

„Auch 2020 wird der physische Bereich im Musikmarkt noch eine signifikante Rolle spielen“, sagte der Geschäftsführer von GfK Entertainment, Mathias Giloth, auf dem „Future Music Camp“ der Popakademie Baden-Württemberg am Donnerstag in Mannheim. Der zentrale Treiber im Musikmarkt sei allerdings das Streaming. „Streaming ist aus dem Musikmarkt nicht mehr wegzudenken und wird auch weiter wachsen.“ Aber auch Streaming-Nutzer kauften CDs, vor allem als Fans.

Beim Streaming wird die Musik direkt aus dem Netz abgespielt, für eine monatliche Abo-Gebühr gibt es Zugang zum gesamten Angebot eines Dienstes. Einige Anbieter haben auch werbefinanzierte Gratis-Versionen. „Streaming ist kein Phänomen mehr, es ist ein Fakt“, sagte Giloth. „So langsam verinnerlichen die Menschen, dass sie Musik nicht mehr besitzen müssen, um sie jederzeit hören zu können.“ In Deutschland habe dieser Prozess zwar etwas länger gedauert als in anderen Ländern, aber er sei inzwischen in vollem Gange.“ GfK Entertainment ermittelt im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) die Charts.

Um Erfolg zu haben, wird aus Sicht eines Onlinevermarkters für Musiker die Netzgemeinschaft immer wichtiger. „Richtig groß kann mittelfristig nur der werden, der eine große Online-Community hat“, sagte Künstlerberater Christian Behrens von Mediakraft Networks. „Es gibt schon eine neue Generation von Leuten, die das da draußen drauf haben.“ Als Beispiel nannte er den Rapper Kollegah. Die eigene Online-Community zu pflegen, brauche aber viel Zeit - und diese verwendeten viele Musiker lieber für ihre Platte. Aus Behrens' Sicht ein Fehler, denn schließlich seien unter den Followern sehr viele treue Käufer. 

„YouTube ist eine Fulltime-Job“, sagte er. Die Kanäle müssten regelmäßig gepflegt werden, um die Community bei Laune zu halten. Die Follower gingen sonst schnell zu jemand anderem, der immer wieder etwas Neues einstelle.

Mediakraft Networks vermarktet zum Beispiel die YouTube-Stars „Die Lochis“ online. Die jugendlichen Zwillinge Heiko und Roman Lochmann aus Riedstadt bei Darmstadt parodieren Musikvideos, drehen eigene Witz-Clips, klären Fan-Fragen und singen auch. Ihr Kanal ist seit 2011 online. „Die Jungs haben Talent, dieses Talent nennt sich Entertainment“, sagte Behrens.

Die Popakademie erwartet zu ihrem zweitägigen „Future Music Camp“ rund 650 Teilnehmer. Es ist die siebte Veranstaltung dieser Art. Sie will Themen der Musik- und Kreativwirtschaft aufzeigen.

dpa

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