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Musik Femme Schmidt: So verführerisch!
Nachrichten Kultur Musik Femme Schmidt: So verführerisch!
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00:00 10.03.2016

Renommiertes Londoner Musik-College mit 16, Vertrag mit 19, das von Guy Chambers (Robbie Williams) produzierte und co-geschriebene Debütalbum mit 22. Die Karriere der in Berlin lebenden Elisa Schmidt (26) scheint von perfekt greifenden Zahnrädchen angetrieben zu werden. Der OZelot sprach mit ihr in einem Berliner Privatclub.

Sieht nicht nur verführerisch aus, sondern singt auch so: Femme Schmidt. Quelle: Gabriel Everett / Warnermedia

Was weiß denn ich, wo ich in einem Jahr sein werde? Ich will das gar nicht wissen. Das Leben ist nicht vorausplanbar.“

Elisa Schmidt (26), Sängerin aus Berlin

Auf deinem ersten Album warst du einfach Schmidt. Warum hast du jetzt das „Femme“ davorgesetzt?

Femme Schmidt: Das hat sich irgendwie eingebürgert. Da mein Album „Femme Schmidt“ hieß, haben mich alle immer so angekündigt. Ich denke, Femme Schmidt passt besser zu mir, auch werde ich nun nicht mehr mit Harald Schmidt und all den anderen Schmidts verwechselt.

Bei „Femme“ denkt man an die in der Kunst seit jeher beliebte Figur der „Femme Fatale“, also der „verführerischen Frau“. Sollten sich die Männer also vor dir in Acht nehmen?

Femme Schmidt: Das musst du die Männer fragen (lacht). Ich bin auf alle Fälle ein Riesenfan des „Film Noir“. Ich liebe verführerische Schauspiel- und Mode-Ikonen wie Brigitte Bardot oder Sophia Loren. Eine „Femme fatale“ zu sein, finde ich reizvoll. Die Verführung ist mir nicht fremd — in meinem Fall nicht nur mit dem Körper, sondern hoffentlich auch mit der Musik.

Du achtest nicht nur sehr auf deine Songs, sondern auch auf Outfits und Optik. Wie wichtig ist dir das Gesamtpaket namens „Femme Schmidt“?

Femme Schmidt: Sehr wichtig. Ich bin an dem ganzen Drumherum interessiert. Ich beschäftige mich meinem Erscheinungsbild, ich gucke mir gern ein paar Sachen von meinen Lieblingsdesignern ab.

Du bezeichnest deinen Stil als „Pop Noir“. Was soll das bedeuten?

Femme Schmidt: Ich habe mir halt mein eigenes Genre ausgedacht, bin aber absolut nicht festgelegt. Mein neues Album „Raw“, das ich in London aufgenommen habe, ist voller Facetten. Es gibt ruhige Songs, klassische Popnummern, viel Orchester, da ich seit jungen Jahren ein riesiger Filmmusikfan bin. Aber auch Gitarren. Auf jeden Fall sind Hymnen mein Ding.

Macht es dir was aus, mit Lana del Rey verglichen zu werden?

Femme Schmidt: Lana ist wahnsinnig toll, aber haben wir so viel gemeinsam außer den langen, dunklen Haaren? Vielleicht das etwas Abgründige. Weltuntergangsstimmung und Melancholie stehen bei mir aber nicht so im Vordergrund. Ich zelebriere in meiner Musik das Leben.

Worum geht es in „God only knows“?

Femme Schmidt: Darum, dass das Leben nicht vorausplanbar ist. Was weiß denn ich, wo ich in einem Jahr sein werde. Ich will das gar nicht wissen. „Million Baby“ hat eine ähnliche Aussage:

Heutzutage wird gerade uns jungen Leuten so viel vorgeschrieben, was wir machen sollen. Aber wir sind nun einmal keine vorprogrammierbaren Computer. Sondern Menschen. Ich finde, wenn man jung ist, sollte man Sachen ausprobieren und ruhig auch mal auf die Schnauze fallen. Ich habe vielleicht gut reden, ich war im Leben bisher ein Glückskind, aber trotzdem: Niemand muss sich verrückt machen lassen vom gesellschaftlichen Druck um einen herum. Wer sagt denn, dass ich gescheitert bin, nur wenn ich mit 23 meinen Uni-Abschluss noch nicht habe?

Im Video zu deinem Song „Kill me“ trittst du als Bondage-Girl auf. Haben dir die Sadomaso-Szenen gefallen?

Femme Schmidt: Ich hatte vorher noch nie Bondage gemacht und jetzt auch keinen Fetisch entwickelt. Aber ich fand das auch nicht unangenehm. Wir hatten eine professionelle Bondage-Dame eingeladen, um uns zu beraten, und ja: Es hat wirklich wehgetan. Der Song handelt nun mal von der Spannung zwischen Schmerz und Leidenschaft, deswegen passt das.

Gehören Leidenschaft und Schmerz für dich zusammen?

Femme Schmidt: Auf alle Fälle. Das eine geht nicht ohne das andere. Richtig schöne Gefühle tun meistens auch richtig weh.

Live: 16. 3. , Berlin , Lido

Von Interview von Steffen Rüth

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