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Franz Ferdinand: Die aus der Reihe tanzen

Franz Franz Ferdinand: Die aus der Reihe tanzen

Die Schotten melden sich mit ihrem sehr guten vierten Dance-Rock-Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ zurück.

Kurz nach der Jahrtausendwende machten sich mehrere Bands um eine Revitalisierung des Gitarrenrocks verdient: Die Briten taten es mit Gefühl und Stil, die Amis wie richtige Kerle. Was von dieser neuen Rock‘n‘ Roll-Welle zwischen Art School und Garage übrig blieb? The Libertines tot mit kleiner Hoffnung auf Wiederbelebung, The Strokes geschrumpft auf Normalgröße, The Killers oder Editors aufgeblasen auf Stadiongröße, Arctic Monkeys oder Maxïmo Park redlich ackernd um Anerkennung. Die schottische Band Franz Ferdinand schob 2004 mit ihrem Debüt die Welle kräftig an, ließ sie dank des Nachfolgers „You Could Have It So Much Better“ ein Jahr später noch mal mächtig aufschäumen, um sich 2009 unter den synthetischen Klängen von „Tonight: Franz Ferdinand“ in die Disco zu verdrücken.

Doch das Quartett um Sänger Alex Kapranos und Gitarristen Nick McCarthy hat da wieder rausgefunden, rein ins musikalische Treiben von 2013, wo der Glanz der Vergangenheit noch matt nachschimmert. Die Rock‘n‘ Roll-Welle ist abgeebbt, viele Kollegen sind gestrandet, wenn schon, Franz Ferdinand nahmen sich auch sonst das Recht, ein bisschen aus der Reihe zu tanzen.

Also kommen die vier Schotten jetzt frech mit ihrem vierten Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ um die Ecke, das weder die Restitution noch die Revolution will. Wie sympathisch, wie klug, das Bewährte zu konservieren, andererseits auch zu modernisieren. So ist das aktuelle Werk auf Höhe der Zeit, ohne einem aktuellen Trend nachzustellen, es liefert das, was Franz Ferdinand können: hochwertige Tanzmusik, die Körper und Geist Spaß bringt, ohne Fun zu meinen. Sie basiert auf dem, was die Band mag: Postpunk, New Wave, Indierock oder Britpop, Gang Of Four, XTC, Talking Heads, Roxy Music, Beatles oder Edwyn Collins‘ Orange Juice. Konkret: Dancerock-Songs mit jubilierenden Harmoniegesängen, zackige Melodien in knackigen Arrangements, Tempo- und Tonartwechseln, unterhaltsame Texte.

Ausfälle sind auf „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ nicht zu beklagen, weshalb das Urteil positiv ausfällt: Franz Ferdinand sind zurück mit einem überraschend guten Album, direkt, unbeschwert, kompakt. Die Welle ist durch, doch diese Band ist nicht abgesoffen. Franz Ferdinand tanzen wieder einmal aus der Reihe. Und wie. Oliver Seifert

 

OZ

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