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Musik Gemeinde verteidigt „Rock am Ring“-Abbruch
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07:54 10.06.2016
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Mendig

Nach dem Abbruch von „Rock am Ring“ wegen Unwettern hat die Gemeinde Mendig ihre Entscheidung als „angemessen, verhältnismäßig und zielführend“ verteidigt.

Es habe zu dem Zeitpunkt keine verantwortbare Alternative gegeben, hieß es am Montag in einer Mitteilung der Verbandsgemeinde. Veranstalter Marek Lieberberg hatte den Entschluss zuvor öffentlich als „falsch“ kritisiert.

Bei dem Festival in der Eifel waren am Freitagabend mehr als 70 Menschen durch Blitzeinschläge verletzt worden. Sie erlitten vor allem Verbrennungen und klagten über Herz-Rhythmus-Störungen. Weil weitere schwere Unwetter angekündigt waren, hatte die Verbandsgemeinde am Sonntag die Genehmigung für die Fortsetzung des Festivals mit rund 90 000 Besuchern entzogen.

Ihre Entscheidung begründete die Gemeinde nun mit der „Abwehr von drohenden Gefahren für Leib und Leben“. Der Abbruch sei aufgrund des überragenden Schutzinteresses der Festivalbesucher und der auf dem Festivalgelände tätigen Menschen erfolgt.

Lieberberg kritisierte hingegen in einem Interview der „Rheinischen Post“: „Es hat schon eher an Fahnenflucht erinnert, als sich die Fans ihre Wege über die Felder bahnten und ihr Hab und Gut zurückließen.“ Das sei nicht gerade eine „Sternstunde der verantwortlichen Behörden“ gewesen. Er hätte es besser gefunden, die Besucher am Sonntag bei konkreter Gefahr zu warnen und das Programm anschließend fortzusetzen. „Die Behördenvertreter haben sich aber nicht darauf eingelassen und stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen.“

Zu möglichen Folgen wollte sich Lieberberg-Sprecherin Katharina Wenisch nicht äußern. Die Bewertung der nach dem Entzug der Spielgenehmigung entstandenen Situation dauere an, hieß es am Montag. Derzeit seien alle Kräfte mit Abbau- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Die Besucher hatten das Festivalgelände auf dem Flugplatz Mendig bereits bis zum Montagvormittag verlassen. Lediglich einige Autos steckten noch im Matsch fest, sagte ein Polizeisprecher. Demnach konnten trotz der Hilfe von Landwirten mit Traktoren nicht alle Fahrzeuge befreit werden.

dpa

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