Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Gut gelaunter Malocher: Billy Joel zieht alle Register

Frankfurt/Main Gut gelaunter Malocher: Billy Joel zieht alle Register

Er kommt selten nach Europa, aber wenn, dann gibt er alles. Bei seinem ersten Deutschlandkonzert seit zehn Jahren begeisterte US-Sänger Billy Joel 30 000 Fans.

Frankfurt/Main. An einem Musiker, der eine Arena mit 30 000 Menschen füllt, obwohl er sich zehn Jahre lang nicht im Land blicken ließ und seit über 20 Jahren kein Album mehr veröffentlicht hat, muss etwas Besonderes dran sein.

An Billy Joel, dem 67-jährigen US-Sänger und Pianisten der Superlative, ist einiges besonders. Das stellte er bei seinem einzigen Deutschlandkonzert am Samstagabend in Frankfurt eindrücklich unter Beweis. In der fast ausverkauften Commerzbank-Arena wählte er nicht den bequemen Weg, um seine Fans, zufriedenzustellen.

Der frühere Profiboxer Billy Joel ging den Weg des Malochers. Wo andere Stars seines Kalibers routiniert ihre Hits runterspielen, präsentierte er eine Werkschau seines fast fünf Jahrzehnte währenden Schaffens. Natürlich spielte er viele seiner unzähligen Hits, sei es „We Didn't Start The Fire“, „Uptown Girl“, „In The Middle of The Night“ oder seine große autobiografische Hymne „Piano Man“. Aber der New Yorker bietet mehr.

Er packte die Hits, mit seiner starken achtköpfigen Band, in neue Gewänder, überraschte mit Raritäten aus seinem 120-Song-Repertoire, ließ sein Publikum per Applaus entscheiden, welchen Song sie als nächstes hören wollen. Und er ist sich nicht zu fein dafür, anderen den Vortritt zu lassen. Joel kündigte einen „heiligen Song“ an und ließ seinen Gitarrenroadie namens Chainsaw den AC/DC-Kracher „Highway To Hell“ grölen, einfach mal so zwischendurch. Später sang ein Bandmitglied die Opernarie „Nessun Dorma“. Mehr Spagat der Stile ist kaum möglich.

Der Meister mit der unbändigen Spielfreude und der beachtlichen Kondition nutzte auch solche Gelegenheiten nicht zur Pause, sondern begleitete die Gastsänger - den einen auf der Gitarre, den anderen an seinem Flügel. Dieser drehte sich während des zweieinhalbstündigen Konzerts mehrmals, so dass alle Billy Joel von allen Seiten sehen konnten.

Unterschiedlichste Seiten präsentiert der als William Martin Joel 1949 in der New Yorker Bronx geborene Sänger, Pianist und Songschreiber auch seit jeher musikalisch. Seine herzzerreißenden Balladen dosierte er bei dem Auftritt sparsam und setzte mehr auf die rockigen und tanzbaren Nummern. Damit belohnte er auch die Fans im Innenraum der komplett bestuhlten Arena. Sie waren mit Joels Betreten der Bühne aufgestanden und hatten sich bis zum Ende der letzten Zugabe nicht mehr hingesetzt.

Überhaupt suchte Joel, in bester Laune, immer wieder den Kontakt zum Publikum. Er plauderte, teilweise auf Deutsch, machte Sprüche und Witze „Als ich vor zehn Jahren zuletzt hier war, hatte ich noch keine Glatze. Jetzt sehe ich aus wie mein Vater.“ Oder: „Mit diesem Song sind wir bei meiner Ehefrau Nummer vier angelangt. Mit ihr funktioniert es nun wirklich gut.“ Im Publikum begrüßte er auch seinen Bruder, den in Hamburg lebenden klassischen Dirigenten Alexander Joel.

Wegen der Terroranschläge der vergangenen Monate gab es beim Einlass verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Größere Taschen und Rucksäcke durften nicht mit auf das Konzertgelände gebracht werden. Vor dem Stadion zeigte Personal Din-A4-Blätter mit der Aufschrift „Maximale Größe für Handtaschen“. Der Einlass verlief jedoch entspannt, und zum Konzertbeginn hatten alle ihre Plätze erreicht.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Prag

Dem tschechischen Schlagerstar Karel Gott geht es sichtlich besser. „Mein Krebs ist ausgeheilt“, sagte der 77-Jährige bei einem Besuch in Berlin der „Bild“.

mehr
Mehr aus Musik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.