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Helene Fischer ist die Echo-Queen

Berlin Helene Fischer ist die Echo-Queen

Sie ist die unbestrittene Echo-Queen - Helene Fischer heimst (mal wieder) die meisten Preise ein und stößt damit die bisherigen Spitzenreiter vom Thron. Rapper Sido weiß schon vorher, wer gewinnt.

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Helene Fischer freut sich in Berlin bei der 25. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo über die Auszeichnungen.

Quelle: Clemens Bilan/dpa

Berlin. Für Helene Fischer regnet es schon Lobesworte, da ist ihr großer Sieg noch gar nicht klar. Sie sei so beliebt, „sie könnte in einem Briefkasten in Panama auftreten und die Fans würden trotzdem Schlange stehen“, sagt ein Moderator.

Deutschlands Schlagerkönigin ist nicht zu bremsen - bei der 25. Echo-Verleihung kassierte sie am Donnerstagabend in Berlin gleich vier Trophäen ein. Damit ist die 31-Jährige nun stolze Besitzerin von insgesamt 16 Echos - und hängte die bisherigen Spitzenreiter ab: die Kastelruther Spatzen, die bislang 13 Echos holten.

Helene, das ist ein Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Und für den Echo. Die blonde Sängerin steht im schwarzen Mini-Spitzenkleid auf der Echo-Bühne und hat Tränen in den Augen. Es sei eine „unfassbare Ehre“, sagt sie, als sie die Auszeichnung für ihre Platte „Weihnachten“ als Album des Jahres entgegennimmt. Weitere Preise gibt es für sie in den Kategorien Crossover, Live-Act National und Musik-DVD/Blu-Ray.

Enttäuschung dagegen bei Rapper Sido („Astronaut“). Er ging mit vier Nominierungen als Favorit ins Rennen - dass er leer ausgehen würde, posaunt er dann schon während der Livesendung raus. „Die sind so dumm hier beim Echo“, sagt Sido mit Sonnenbrille, „hinter der Bühne stehen alle Preise rum.“ Er habe mal geguckt, wer gewinne. „Ich jedenfalls nicht.“

Beim Fernsehpublikum kommt die mehr als dreistündige, live in der ARD übertragene Show mit 3,37 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 11,6 Prozent eher mäßig an. Die deutsche Musikbranche feiert sich weitgehend selbst - und mit dem Echo oft die Immergleichen. Internationale Stars machen sich rar. In besseren Jahren sorgten zum Beispiel Robbie Williams, Shakira und Kylie Minogue für den Glamour-Faktor.

Als beste Künstler Rock/Pop International werden dieses Mal die Briten Adele und Ed Sheeran ausgezeichnet - allerdings werden die ohnehin nicht Anwesenden nicht in der Gala geehrt, sondern ihr Sieg hinterher in einer lapidaren Mitteilung verkündet. Ebenso ergeht es dem besten Hip-Hopper Dr. Dre. Es könnten bei den vielen Kategorien nie die Gewinner aller Sparten live ausgezeichnet werden, heißt es dazu beim Veranstalter.

Aber gut, Helene Fischer ist ja vor Ort. An ihr kommt keiner vorbei. Und dazu gibt es auch jede Menge Kommentare. Als Sarah Connor ihren Echo als Künstlerin Rock/Pop National entgegennimmt etwa, da sagt sie, ihr eigener letzter Echo sei schon 14 Jahre her - im Gegensatz zu „dir, Helene“. Bester Künstler Rock/Pop National wird Andreas Bourani.

Auch ein Newcomer kann punkten. Joris („Herz über Kopf“) bekommt drei Echos, darunter den Kritikerpreis. Der orientiert sich im Unterschied zu vielen anderen Kategorien nicht am Verkauf, sondern an einer Jury. Durch den Abend manövriert eine hervorragend aufgelegte Barbara Schöneberger - mit Jokes und Anspielungen („Jetzt wo wir Frauke Petry kennen, sind wir so froh, dass er nominiert ist: Wolfgang Petry“). Der Echo werde jetzt zum 25. Mal verliehen. Was in den Jahren alles passieren könne, könne man an ihr sehen, erzählt die quirlige Entertainerin. „Ich muss ja nur mich angucken: Von der Lolita zur Cellulita.“

Schöneberger überspielt spontan Patzer und lobt die Haare von R&B-Künstler The Weeknd als „zweitschönste Frisur nach Donald Trump“. Achso, Komiker Oliver Pocher taucht passend zum Thema im Trump-Kostüm am lilafarbenen Teppich auf. Auf der Bühne stehen unter anderem die deutsche ESC-Hoffnung Jamie-Lee, der Singer-Songwriter James Bay, Enya und Altrocker Udo Lindenberg. Und es wird an verstorbene Musiker wie Roger Cicero und David Bowie erinnert.

Eine Auszeichnung (Sparte Rock Alternative/National) geht an die umstrittenen Deutschrocker von Frei.Wild. Die Band war 2013 beim Echo noch von der Nominierungsliste gestrichen worden, nachdem andere Gruppen mit einem Boykott gedroht hatten. Im Sommer sprachen sich die Südtiroler auf ihrer Internetseite gegen Fremdenhass aus. Nach der diesjährigen Gala regt sich vereinzelt Unmut, dass Frei.Wild einen Preis bekommt.

Viel Applaus gibt es für die Altmeister der Branche. Udo Lindenberg holt sich für „Durch die schweren Zeiten“ den Echo für das beste Video National ab. Aus den Händen von Peter Maffay nehmen die Altrocker von Puhdys den Ehren-Echo für ihr Lebenswerk entgegen. „Vielen Dank für die Anteilnahme“, meint Dieter „Maschine“ Birr selbstironisch. Schlagerstar Roland Kaiser wird für sein soziales Engagement geehrt.

dpa

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