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„Ich habe jetzt immer einen Bodyguard mit dabei“

„Ich habe jetzt immer einen Bodyguard mit dabei“

Der 17-jährige Mike Singer steht mit seiner Platte „Karma“ an der Spitze der Charts. Am 15. April stellt er die Songs im Rostocker Mau-Club vor

Dem OZelot sagt Mike im Interview, warum er sich von Mord-Drohungen, die er erhalten hat, nicht einschüchtern lassen will.

Mit 17 Jahren stehst du mit deiner zweiten Platte „Karma“ an der Spitze der Charts. Wie fühlt sich das an?

Mike Singer: Das ist wirklich unglaublich. Ich hätte niemals damit gerechnet. Als mir das gesagt wurde, saß ich gerade im Auto und war auf dem Weg zu einem Termin. Da musste ich einfach schreien, so unglaublich erschien es mir. Ich hatte wirklich gar nicht damit gerechnet.

Im vergangenen Jahr hast du einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma unterschrieben. Hat sich seitdem viel in deinem Leben verändert? Wie sieht dein Alltag aus?

Vieles ist so normal wie bei jedem anderen auch. Ich stehe morgens auf, gehe zur Schule und mache danach meine Hausaufgaben. Die Zeit, die mir dann noch bleibt, nutze ich vor allem dazu, Musik zu machen. Das war vorher nicht so. Ich habe zu Hause bei meinen Eltern jetzt auch ein Home-Studio, in dem ich Musik machen kann.

Bekannt zu sein hat auch Nachteile. Das hast du schon zu spüren bekommen. Es hat einen Hackerangriff auf dich gegeben. Wie genau lief das ab?

Das war, als wir aus dem Urlaub zurückkamen. Da haben wir diese Nachrichten bekommen. Da stand etwa, dass ich nur noch ein paar Tage zu leben hätte und so etwas. Meine Eltern, mein Management: Alle konnten es nicht glauben.

Hat sich seitdem etwas für dich verändert?

Ich habe bei öffentlichen Auftritten jetzt immer einen Bodyguard mit, der mich beschützt. Ich will mich davon auch nicht runterziehen lassen, sondern weiterhin Musik machen und für meine Fans da sein.

Das Lied „Egal“ wirkt wie eine Reaktion darauf.

Wir haben den Song aber schon im vergangenen Jahr gemacht. Wir hatten ganz viele Nachrichten von Fans erhalten, Hunderte am Tag, in denen sie davon erzählen, wie schlecht es ihnen geht – weil sie gemobbt werden. Da wollte ich einen Song machen, der zeigt, dass man stark sein und sich sowas nicht gefallen lassen soll. Dass er auf mich passen würde, hätte ich da noch nicht gedacht.

Hast du den Titelsong „Karma“ geschrieben, als du wirklich Liebeskummer hattest?

Nein, es sind die Erfahrungen eines Kumpels, die da eingeflossen sind. Der hatte Liebeskummer und hat mir da viel von erzählt. Ich selbst hatte noch nie Liebeskummer.

Was genau ist für dich das besungene „Karma“?

Es beschreibt meine Lebenseinstellung. Wenn man zu Menschen gut ist, bekommt man aus meiner Sicht auch etwas zurück. Genauso bekommt man natürlich auch Schlechtes zurück, wenn man schlecht ist. Ich glaube da einfach mega dran.

Bei der Castingshow „The Voice Kids“ bist du 2013 rausgeflogen. Warst du danach denn sehr enttäuscht?

Ich war da noch klein: erst 13 Jahre alt. Ich war schon traurig, aber ich fand’s trotzdem cool, da mitgemacht zu haben. Es war eine coole Erfahrung, das erste Mal auf der Bühne zu stehen. Ich fühle mich da einfach sicher, das habe ich bei diesem Auftritt sofort gemerkt.

Jetzt arbeitest du viel mit dem Kölner Rapper Summer Cem zusammen. Wie läuft das bei euch ab?

Wir chillen im Studio. Wir lassen dann einfach einen Beat laufen und versuchten, was darauf zu schreiben. Wir viben einfach so krass miteinander. Meistens kommt erst die Melodie und dann finden wir einen Text dazu. Es macht einfach richtig Spaß, mit Summer Cem zusammenzuarbeiten. Meistens treffen wir uns in Duisburg.

Das ist ja ganz schön viel Herumgereise. Wie oft bist du noch zu Hause?

Ich bin schon oft mehrere Wochen am Stück weg, versuche aber, so viel wie möglich zu Hause zu sein.

Und wie läuft das dann mit der Schule?

Ich bin ja jetzt auf einer Privatschule, und die geben mir das ganze Lernzeug mit. Nach meinen Auftritten setze ich mich dann hin und lerne noch. Ich will mein Abi unbedingt schaffen.

Du wirst oft als „der deutsche Justin Bieber“ bezeichnet. Nervt das?

Es nervt nicht, aber ich bin trotzdem Mike Singer und er Justin Bieber. Er ist schon eine Inspiration für mich, aber richtige Vorbilder sind gerade mehr The Weekend, Justin Timberlake oder Skrillex.

Am 15. April kommst du nach Rostock. Kennst du die Stadt und die Region hier ein wenig?

Ich war schon einmal da, kann mich aber nicht mehr richtig erinnern. Ich freu mich sehr und bin gespannt, wie ihr so drauf seid.

OZ

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