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Iggy Pop beim Filmfest Cannes

Cannes Iggy Pop beim Filmfest Cannes

Iggy Pop kommt für einen Film über die Stooges und erzählt von seinem gesunden Lebenswandel. Im Wettbewerb beim Filmfestival in Cannes sind dagegen düstere Themen zu sehen.

Cannes. Dokumentationen über den Musiker Iggy Pop und den Wikileaks-Gründer Julian Assange standen am Donnerstag beim Filmfest Cannes außerhalb des Wettbewerbs im Mittelpunkt.

Der Regisseur Jim Jarmusch stellte „Gimme Danger“ über die Band The Stooges mit Iggy Pop vor, während die Oscarpreisträgerin Laura Poitras in „Risk“ in einer Cannes-Nebenreihe einen Einblick in Assanges Arbeit gab.

Bei der Pressekonferenz gab sich Iggy Pop bestens gelaunt, erzählte von seinen musikalischen Einflüssen und sprach über die Nähe zu seinen Eltern. Drogenexzesse aber, wie sie auch im Film thematisiert wurden, gehören der Vergangenheit an. „Ich dröhne mich nicht mehr zu“, sagte der 69-Jährige in Cannes. „Ich trinke zum Abendessen ein Glas Wein, das war's.“ Überhaupt solle jeder „diese Scheiße“ mit Drogen lassen. „Ich habe vor 15 Jahren zu mir gesagt: Behandle dich wie eine wertvolle Antiquität!“

„Gimme Danger“ würdigt die Leistungen der Stooges, spricht über deren Erfolge, Drogeneskapaden und spätere Wiedervereinigung. Regisseur Jarmusch hatte vor einigen Tagen im Wettbewerb auch seinen poetischen Film „Paterson“ vorgestellt.

Dort liefen am Donnerstag die Beiträge „Bacalaureat“ des Rumänen Cristian Mungiu und „Juste la fin du monde“ des Kanadiers Xavier Dolan. Der 27-jährige Dolan erzählt von einem jungen Mann, der nach vielen Jahren nach Hause zurückkehrt. Er will allen sagen, dass er bald stirbt. 

Dolan überzeugt nach Filmen wie „Mommy“ erneut mit seinen visuellen Einfällen. Auch seine Figuren und die Konflikte zwischen den Protagonisten entfalten einmal mehr eine ungeheure Wucht und sind stark besetzt mit Marion Cotillard, Léa Seydoux und Vincent Cassel. Und doch kann der Regisseur dieses Mal nicht die Intensität früherer Werke entwickeln, vor allem die Hauptperson bleibt dafür zu blass.

Auch der Rumäne Mungiu konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Nach dem Abtreibungsdrama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ fokussiert er erneut auf die Missstände der Gesellschaft. Ein Tag vor ihren Abschlussprüfungen an der Schule wird Eliza (die Deutsch-Rumänien Maria Dragus) angegriffen und fast vergewaltigt - ihre Prüfungen sind nun Gefahr und damit auch ihr Stipendium für eine Uni in Großbritannien.

Obwohl ihr Vater sie immer zu Ehrlichkeit erzogen hat, versucht er nun über alte Bekannte, die Testergebnisse zu beeinflussen, um die Zukunft seiner Tochter nicht zu verbauen. „Bacalaureat“ wird so - trotz einiger Längen - zu einem Drama über das Heranwachsen, Moral und Korruption.

dpa

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