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Indie-Star James Bay überzeugt in Hamburg

Hamburg Indie-Star James Bay überzeugt in Hamburg

Vintagehüte sind im Publikum nur vereinzelt zu sehen. Indie-Star James Bay trifft mit nachdenklichen Songs und Rockriffs längst den Geschmack der Massen. Am Samstag begeisterte er 7000 Fans in der Sporthalle.

Hamburg. „Das Lied kennt man doch aus dem Radio, oder?“, sagt ein junger Mann im Publikum und dreht sich fragend zu seiner Freundin um. Die zögert kurz: „Ich glaube schon“.

James Bay lockt längst nicht mehr nur handfeste Indierock-Fans in seine Konzerte. Mit wechselnden Gitarren und nachdenklichen Texten begeisterte er am Samstagabend rund 7000 Fans in der Sporthalle Hamburg - auch die nicht so textsicheren. 

Die Sporthalle schien aus allen Nähten zu platzen. Regelmäßig scheuchten Platzanweiser bereits während der Vorband Gäste von den Treppen. Rukhsana Merrise versetzte das Publikum als Voract mit prominenter, souliger Stimme, geflickter Jeansjacke und zerrissener Hose schon in ausgelassene Stimmung.

Nach halbstündiger Pause gingen unter lautem Klatschen des Publikums endlich die Lichter aus. Auf dem weißen Vorhang erschien die Silhouette des schmalen Engländers mit typischem Hut. Als der Vorhang fiel, wusste James Bay seine Gäste zu überraschen: Unter Hardrockklängen und hektischen weißen Scheinwerfern sprang er mit seiner Elektrogitarre auf die Bühne. Mit „Collide“, einem seiner rockigeren Songs, versetzte er das Publikum vom ersten Moment in Hochstimmung. 

Krempenhut und ganz in schwarz, mit Chelsea Boots und wehendem, langem Haar. Optisch mutet der 25-Jährige Engländer an, wie ein Mischung aus modernem Indie-Star und jungem Udo Lindenberg. Musikalisch hat er wenig mit dem deutschen Kultrocker gemein, nur die Texte, die sind ähnlich nachdenklich. Passend zum Titel seines Debütalbums „Chaos and the Calm“, das 2015 erschien, überzeugte der Brite sein Publikum mit romantischen und rockigen Liedern. 

Die zwanglose Location schien wie gemacht für den jungen Musiker, der aus Hitchin stammt, einer Kleinstadt, die rund eine Autostunde von London entfernt liegt. Bodenständig, persönlich - keine Spur von Glamour und Glitzer: die Sporthalle Hamburg ist authentisch; ein Gefühl, das auch Bays Songs ausstrahlen. Auch sein Team vermittelte einen gelassenen Eindruck: vor dem Konzert blödeln Fan-Artikel Verkäufer mit starkem englischen Akzent mit potenziellen Käufern herum, scherzen und lachen - keine Spur von kommerziellem Massenbetrieb. 

Bay weiß aber neben tiefgründigen Texten und Lebensgefühl vor allem mit musikalischem Können zu überzeugen. Dreimal wechselt er die Gitarre während der ersten vier Songs, weiß eine Akustikgitarre ebenso professionell einzusetzen, wie er die Riffs der E-Gitarre zum Klingen bringt. Mit starker Stimme und viel Körpereinsatz nimmt er rund 90 Minuten lang die gesamte Bühne in Anspruch. 

Für sein musikalisches Talent wurde Bay bereits mehrfach geehrt: im Februar wurde er mit dem „BRIT Award“ für den besten britischen Solosänger ausgezeichnet. Der Award gilt in Großbritannien als die angesehenste Auszeichnung der Musikszene. Bereits 2015 hatte der Newcomer den Award in der Kategorie „Critcs' choice“ erhalten. 

Am Samstag waren spätestens, als er seine Hitsingle „Let it go“ spielte, auch die weniger eingefleischten Fans im Publikum textsicher. „Das war bisher meine größte Show“, sagte der Engländer während einer Pause mit britischem Understatement: „Genau so muss es doch sein“.

dpa

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