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Musik Integration mit Gitarre und Bass
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00:00 15.09.2016

Einheimische und Geflüchtete musizieren in der Dresdner „Banda Internationale“ zusammen. Heraus kommt ein bunter Mix vom afghanischen Popsong bis hin zu wilder Blasmusik – und gelebte Integration.

In der Banda Internationale musizieren Einheimische und Geflüchtete zusammen. Quelle: Arno Burgi/dpa

Dass Hamid Jamshidi zur E-Gitarre greift und ein wildes Solo spielt, ist für ihn nicht selbstverständlich. „Musik ist der Grund, warum ich im Iran gefoltert wurde. Musik ist der Grund, warum ich mitten in der Nacht auf dem Ozean mein Leben riskiert habe“, erzählt der groß gewachsene Musiker, der ein schwarzes „Motörhead“-Shirt trägt. Der 28-Jährige Iraner liebt Rockmusik – in seiner Heimat ist ihm das allerdings zum Verhängnis geworden. Zweimal saß er im Gefängnis, verhaftet von der iranischen Sicherheitspolizei.

Heavy Metal gilt im Iran als Protestmusik und ist verboten, berichtet der Iraner im fließenden Englisch. Um endlich Musik machen zu können, flüchtete er über die Türkei. Das Schlepper-Boot ging unter, nur mit Not konnte sich Hamid retten. Seit gut einem halben Jahr spielt er nun Gitarre und Bass bei der „Banda Internationale“, einer 20-köpfigen Dresdner Brass-Band, in der Einheimische und Geflüchtete zusammen Musik machen.

Hervorgegangen ist die bunte Truppe aus der 2001 gegründeten „Banda Comunale“, die mit Blasmusik im Vorjahr gegen Pegida anspielte und in Notunterkünften auftrat. Dann kamen sie auf die Idee, nicht nur für, sondern mit Flüchtlingen zu spielen. Mittlerweile sind zu den elf Musikern neue hinzugekommen – aus Syrien, dem Iran, Burkina Faso oder Palästina. Sie haben traditionelle Instrumente wie Oud und Riq mitgebracht.

Bei Konzerten auf der Straße oder auf Festivals sind seither auch afghanische Popsongs oder kurdischer Rap zu hören. Für viele Flüchtlinge ist die Band ein Neubeginn, um Fuß zu fassen. Auch Hamid Jamshidi, dessen Asylverfahren noch läuft, wünscht sich eine Zukunft in Deutschland. „Musik bedeutet alles für mich – vor allem Freiheit.“

OZ

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