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Musik „Intim wie im Wohnzimmer“: Rita Ora singt in Elbphilharmonie
Nachrichten Kultur Musik „Intim wie im Wohnzimmer“: Rita Ora singt in Elbphilharmonie
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10:46 06.01.2018
Die britische Sängerin Rita Ora trat in der Hamburger Elbphilharmonie auf einem Benefiz-Konzert auf. Dieses wurde live über den YouTube-Kanal des Initiators FABS Foundation übertragen. Die Einnahmen kommen einem guten Zweck zugute. Quelle: Axel Heimken
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Hamburg (dpa) – „Es ist unglaublich toll, dass wir alle heute Abend zusammen hier sind“, ruft Rita Ora begeistert in ihr Mikrofon. Der britische Superstar hat für den spektakulären Auftritt am Freitagabend in der Hamburger Elbphilharmonie eine fünfköpfige Band mitgebracht.

Gemeinsam machen sich die Musiker die einzigartige Akustik des „Großen Saals“ in dem imposanten Konzerthaus zunutze. Eine aufwendige Installation taucht die Bühne in ein blinkendes und strahlendes Lichtermeer. Vor mehr als 2000 Zuschauern performt die Sängerin, gehüllt in ein weißes Kleid mit aufwendigen Glitzerstickereien, für einen guten Zweck. Etwa die gleiche Anzahl verfolgt das Benefiz-Event „Channel Aid in Concert“ live über den YouTube-Kanal des Initiators FABS Foundation im Internet.

Die „Elphi“, wie die Hanseaten ihr neues Wahrzeichen liebevoll nennen, hat es Ora angetan. „Es ist hier so intim wie im Wohnzimmer“, schwärmt sie. Und scherzt daraufhin: „Bringt mir mal jemand einen Tee oder einen Wodka-Tonic“. Nach einer Hommage an ihr Idol George Michael, dem sie eine Darbietung seines Songs „Freedom“ widmet, lernen die Besucher auch eine ruhigere Seite des quirligen Stars kennen. Mit dem Song „Coming Home“ etwa erinnert die 27-Jährige an ihre kosovarische Herkunft und bekräftigt die Wichtigkeit, Menschen zu helfen, die weniger Glück im Leben hatten als man selbst.

Neben Ora sind auch drei bekannte YouTube-Stars auf der Bühne zu sehen. Den Auftakt an dem Abend macht der italienische Pianist Costantinos Carrara, der mit Eigeninterpretationen bekannter Popsongs, etwa von Bruno Mars oder aus dem oscarprämierten Musical „La La Land“, für Gänsehautmomente sorgt. Vor zehn Jahren hatte der 20-Jährige nach eigenen Angaben sein erstes Video auf dem Portal hochgeladen, gedreht wurde es in seinem Wohnzimmer – nun hat er auf seinem Kanal eine halbe Millionen Abonnenten und steht an diesem Abend in einem der besten Konzerthäuser der Welt auf der Bühne.

„Das ist ein gutes Beispiel dafür, was für großartige Möglichkeiten das Internet bietet“, sagt der zierliche junge Mann mit der Nickelbrille. Dieses Potenzial will sich auch die FABS Foundation zunutze machen, um Spenden zu sammeln. Die Erlöse des Kanals fließen komplett in soziale Projekte, etwa in die Hilfe für Menschen mit Behinderung.

Auch Nicole Cross ist durch YouTube berühmt geworden. Richtig bekannt wurde sie, nachdem Hollywood-Star Ashton Kutcher eines ihrer Videos auf seinem Facebook-Account teilte. Sie präsentiert sowohl gecoverte, als auch eigene Songs. „Ich bin total aufgeregt, hier zu sein“, sagt die 24-Jährige. Als YouTuber sitze man schließlich die meiste Zeit allein vor der Kamera und nicht vor einem Riesenpublikum.

Kein Problem mit Lampenfieber scheint der New Yorker Max zu haben. Der exzentrische Sänger mit einer außergewöhnlichen Stimme wirbelt in einem silbernen Glitzerjackett mit schwarzen Rauten über die Bühne und überrascht zwischendurch mit kurzen Tanzeinlagen. Auch er präsentiert eine Mischung aus eigenen und gecoverten Songs, etwa von Michael Jacksons Hit „Billie Jean“.

Doch der Höhepunkt des Abends ist zweifelsfrei der Auftritt von Rita Ora. Spätestens bei der Zugabe, die Ora, ihrer hohen Schuhe mittlerweile entledigt, mit ihrem größten Hit „Your Song“ einleitet, hält es keinen der Zuschauer mehr auf seinem Sitz. Mit dem Lied „Anywhere“ verabschiedet sich die energiegeladene Sängerin von ihrem Publikum und entlässt es in die verregnete Hamburger Nacht.

Die Zuschauer zeigen sich nach dem Konzert begeistert. „Wir haben die Karten zu unserer Silberhochzeit geschenkt bekommen“, berichtet ein dänisches Paar, das extra für das Konzert angereist ist. „Alle, die heute auf der Bühne standen, sind sehr talentiert“, finden sie. Aber natürlich habe ihnen Ora am besten gefallen, schwärmen die beiden.

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