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Musik Johnny Cash und das verschollene Album
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11:57 27.03.2014
Johnny Cash bei einem Auftritt in Frankfurt 1981. Foto: Wolfgang Eilmes
Berlin

Für Fans von Johnny Cash ist es ein großes Geschenk: Ein Album mit bisher unveröffentlichten Songs des Country-Sängers, das sie 30 Jahre nach der Aufnahme erreicht.

Cash spielte die Platte, die jetzt unter dem Namen „Out Among The Stars“ herauskommt, 1984 ein. Er war damals Anfang 50. Seine Plattenfirma Columbia hatte das Gefühl, die musikalische Mode sei weitergezogen, und trennte sich kurz darauf von Cash.

Die Manager wussten nicht genau, was sie mit dem Album anfangen sollten und steckten es erstmal ins Regal. 2003 starb der Künstler und es dauerte noch viele weitere Jahre, bis seine Platte wiederentdeckt wurde. Es war sein Sohn John Carter Cash, der nun zusammen mit Musikexperten auf Bänder mit der verloren geglaubten Aufnahme stieß. Carter Cash war dabei, das gigantische Archiv seiner Eltern zu katalogisieren.

1984 war ein Wendejahr in Cashs kompliziertem Leben gewesen. Nach erneuten Suchtproblemen Anfang der 80er Jahre sei sein Vater 1983 in den Entzug gegangen und von dort „fokussiert und glänzend“ zurückgekehrt, sagte John Carter Cash dem Magazin „Entertainment Weekly“. Es war auch der Punkt, an dem Cash seine Sucht schließlich überwunden hatte.

Das Album sei unvollständig gewesen, erzählte Carter Cash. „Die Originalaufnahme war tadellos, aber nicht ganz fertig.“ So fehlten zum Beispiel an manchen Stellen ein Gitarrensolo. Cashs Sohn ließ die Bänder digitalisieren und engagierte den Gitarristen Marty Stuart, der schon vor 30 Jahren Teil der Studio-Band war, zum Ausfüllen der Lücken.

Unter den Aufnahmen sind zwei Duette mit Ehefrau June Carter Cash, klassische Country-Balladen wie „I Came To Believe“ und der überaus typische Cash-Song „She Used To Love Me A Lot“. Es ist eine musikalische Botschaft direkt aus den 80er Jahren - ein Gefühl, das noch dadurch verstärkt wird, dass man damit nicht wie mit anderen alten Platten gemeinsam in die neue Zeit hineinwachsen konnte.

Man hat bei „Out Among The Stars“ auch nicht das Gefühl, dass hier wie in manchen anderen Fällen des Profits wegen die letzten Reste aus hintersten Ecken der Archive ausgekehrt werden. Es war ein ernsthaft aufgenommenes Album, das nur das Pech hatte, in die Mühlen der Musikindustrie geraten zu sein. Cash war da noch in seinem besten Jahren, mit starker Stimme. Und für Cash-Experten ist es so etwas wie das fehlende Verbindungsglied zwischen seinen anderen Aufnahmen aus den 80er Jahren. Im Jahr darauf schloss er sich mit Willie Nelson, Kris Kristofferson und Waylon Jennings zur Star-Band The Highwaymen zusammen.

Die gute Nachricht für Cash-Fans: Sein Sohn stellte in „Entertainment Weekly“ mindestens eine weitere Sammlung mit bisher unveröffentlichter Musik in Aussicht. Er wolle aber keine unterdurchschnittlichen Songs herausbringen, nur weil sie noch nie gehört worden seien: „Es muss sich richtig anfühlen.“


Out Among The Stars bei Sony Music



dpa

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