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Musik Kakkmaddafakka mögen‘s mädchenhaft
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03:38 18.07.2013
Kaddmaddafakka aus Norwegen: lässige Musiker, deren Konzerte vor allem Mädchen besuchen. Quelle: promo
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Wie bereits der Bandname vermuten lässt, entstand Kakkmaddafakka aus einer Bier- und Schnapslaune heraus. Die Jungs um die Brüder Axel und Pål Vindenes waren zum Teil noch Teenager, als sie 2007 das Debütalbum „Down to Earth“ veröffentlichten. Ihre neue Platte „Six Months is a long Time“ haben sie in Berlin zusammen mit dem Produzenten Erlend Oye aufgenommen.

OZelot: Axel, gestern im Konzert hat euer Keyboarder Jonas Nielsen mit nacktem Oberkörper gespielt, ihr übrigen habt entgegen eurer früheren Gewohnheit eure T-Shirts jedoch anbehalten. Wieso das?

Axel Vindenes: Wir sind wegen zu viel Nacktheit auf der Bühne kritisiert worden, und wir nehmen uns diese Kritik zu Herzen.

OZelot: Wer hat euch denn kritisiert?

Axel: Unser Produzent Erlend. Er sagte: „Leute, das ist zu blöd, wenn ihr euch immer auszieht“. Wir sind stolz auf unsere Körper, die Mädchen mögen das auch, doch es wurde zur Angewohnheit.

Jetzt entkleidet sich nur noch einer von uns pro Show. Der fühlt sich dann natürlich prompt wie …

OZelot: …Bill Clinton?

Axel (lacht): Exakt. „Bill Clinton“ ist ein Song über einen Jungen, der die Frauen nicht versteht. Das ist ein großes Thema für uns.

OZelot: Für dich auch?

Axel: Ich bin schon seit acht Jahren mit meiner Freundin zusammen und wirklich glücklich darüber, wie gut es mit uns läuft. Andere aus unserer Band tun sich auf dem Gebiet noch weitaus schwerer.

OZelot: Ist Bill Clinton der Prototyp des erfolgreichen Fraueneroberers?

Axel: Ja. Schau ihn dir doch an. Clinton ist ein Vorbild, als Mann kann man sich vieles bei ihm abschauen. Er hat Charme und Charisma. Wenn Bill Clinton einen Raum betrifft, füllt er ihn automatisch aus. Im Lied „Bill Clinton“ geht es darum, das Selbstvertrauen zu bekommen, das du im Umgang mit Mädchen einfach brauchst.

OZelot: Auch bei „Female Dyslexic“ oder „Young“ geht‘s um Mädchen.

Axel: So gut wie jedes unserer Lieder behandelt das Thema. Nicht umsonst heißt das Album ja „Six Months is a long Time“. Die ersten sechs Monate einer Beziehung sind immer die schwersten.

OZelot: Kommen mehr Mädels als Jungs zu euren Konzerten?

Axel: Es sind mehr Mädchen, ja. Circa 70 Prozent, viele zwischen 18 und 25 Jahren alt. Herrlich.

OZelot: Ihr selbst wart zwischen 15 und 17, als ihr im Jahr 2007 euer erstes Album „Down to Earth“ veröffentlicht habt. Hilft es einem Jungen bei den Mädchen weiter, wenn er in einer Band spielt?

Axel: Auf jeden Fall. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein. Aber wir haben Kakkmaddafakka nicht gegründet, um Erfolg bei den Mädchen zu haben. Es ging uns um die Musik. Damals waren wir noch so klein, dass wir uns noch nicht für Frauen interessierten. Pop erschien uns reizvoll. Wir wollten nicht hart arbeiten, Spaß haben und cool aussehen. Das hat bis heute funktioniert.

OZelot: Bist du sicher, dass ihr cool ausseht?

Axel: Natürlich. Wir sind Jungs in engen Jeans, die Musik machen. Wir sind die Vollhipster.

OZelot: Braucht man als richtiger Hipster nicht vor allem einen Bart? Da sehe ich bei euch noch nichts.

Axel: Kommt noch, kommt noch. Wir sind junge Hipster mit mangelhaftem Bartwuchs.

OZelot: Im Prinzip seid ihr auch ein Chor. Bei euch singt die halbe Band. Warum eigentlich?

Axel: Es ist für das Publikum von Vorteil, mehrere Stimmen zu hören. Das macht ein Konzert interessanter. Auch das Chaos auf der Bühne ist lustig. Wir sind eine Mischung aus Chor und Boyband. Ich war schon als Schüler im Chor und fand das toll.

Boy-Group aus Bergen
Axel Vindenes, Pål Vindenes, Stian Sævig, Jonas Nielsen und Kristoffer van der Pas haben die Band 2004 in Bergen gegründet. Anfangs spielten sie in der Bar Vamoose, wo der Musiker Erlend Øye, Mitglied der Bands „Kings of Convenience“ und „The Whitest Boy Alive“, auf sie aufmerksam wurde und sie von da an unterstützte.


Ihr Debütalbum „Down to Earth“ (2007) brachte ihnen trotz negativer Kritiken jede Menge Fans in ihrer Heimat. Seit 2008 spielen sie auch im Rest Europas.


Live: 18. August in Hamburg (MS Dockville Festival), 17. Oktober in Hamburg (Uebel&Gefährlich), 19. Oktober in Berlin( C-Halle)

• http://kakkmaddafakka.tumblr.com

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