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Katie Melua: „Georgien bleibt meine Heimat“

Katie Melua: „Georgien bleibt meine Heimat“

Auf ihrer Sommertournee singt die 31-jährige Wahl-Londonerin schlichte Popsongs, durch die Blues, Jazz und Folk schimmert

Katie Melua wurde mit dem World Music Award ausgezeichnet und als erfolgreichste Künstlerin Europas geehrt. Bereits im Herbst kommt sie mit einem neuen Album im Gepäck wieder und lässt sich dann von einem georgischen Frauenchor begleiten. Ein Gespräch über Burnout, Beziehungen und Heavy Metal

 

OZ-Bild

Bezeichnet sich als glücklichen Menschen: die Sängerin Katie Melua (31).

Quelle: promo

Ich wollte immer mal eine Platte machen, die mich nach Hause bringt.“

Katie Melua, Sängerin

Was erwartet die Besucher deiner Sommerkonzerte?

Katie Melua: Ein unbeschwertes und vergnügliches Programm passend zur Jahreszeit. Ich singe unter anderem einige meiner Klassiker wie „Nine Millions Bycycles“ und „The Closest Thing To Crazy“. Was aber diesmal anders ist, ist die Band. Normalerweise habe ich einen Lead-Gitarristen, einen Bassisten, einen Keyboarder und einen Schlagzeuger dabei. Anstelle des Lead-Gitarristen ist es diesmal aber ein Harfenspieler.

Du bist inzwischen seit 15 Jahren im Musikgeschäft und hast viele Millionen Platten gekauft. Bist du ein glücklicher Mensch?

Katie: Also, ich bin rundum glücklich mit dem, was ich gemacht und erreicht habe. Es könnte nicht besser sein, meine Zwanziger waren unerhört gut! Ich durfte tun, was ich liebe und habe dabei so viele inspirierende Leute getroffen. Ein schöneres Leben kann man sich nicht wünschen.

Das klingt ein bisschen klischeehaft.

Katie: Natürlich hatte ich Höhen und Tiefen, und zwar nicht zu knapp! Aber auch die merkwürdigen Zeiten gehören zu meinem Leben dazu. Unterm Strich kann ich aber sagen: Ich liebe die Musik immer noch wie am ersten Tag.

Wünschst du dir manchmal eine Auszeit vom Job, raus aus der Tretmühle?

Katie: Das habe ich schon ein paar Mal getan. 2010 wurde ich sehr krank, da war ich zu einer Auszeit gezwungen. Durch die digitale Revolution ist der Rhythmus meines Lebens schneller geworden. Ich habe immer gedacht, dieser Job sei locker zu bewältigen, aber Künstler sind halt sehr sensible Wesen ... Aber ich liebe es immer noch, Platten zu machen und Konzerte zu geben. Was will man mehr?

Du arbeitest gerade an einer neuen Platte, oder?

Katie: Ja, und zwar gemeinsam mit einem 23-köpfigen georgischen Frauenchor, mit dem ich dann im Herbst auf Tour gehe. Es handelt sich also um zwei ganz unterschiedliche Konzertprogramme.

Wie kamst du mit dem Chor aus deiner Heimat Georgien zusammen?

Katie: Mit dem klassischen Chor aus Gori will ich seit Jahren zusammenarbeiten. Er ist einfach außergewöhnlich und existiert bereits seit 40 Jahren. Gori liegt eine Autostunde von der Hauptstadt Tiflis entfernt. Die Frauen sind seit 15 Jahren nicht mehr außerhalb von Georgien aufgetreten. Es wird bestimmt aufregend, wenn wir zusammen auf Tournee gehen.

Was ist in künstlerischer Hinsicht das Besondere an diesem Chor?

Katie: Ich bin auf ihn gestoßen, als ich in England nach georgischen Musikern suchte, weil ich ein Ballettprojekt machen wollte. Entdeckt habe ich den Chor auf Spotify. So etwas Starkes und Tiefes hatte ich vorher noch nicht gehört, ich bekam sofort eine Gänsehaut. Der Gesang klingt gleichzeitig verstörend und engelhaft. Als ob diese Frauen aus der Hölle und aus dem Himmel kämen! Obwohl es ein weiblicher Chor ist, sind auch sehr tiefe Stimmen dabei.

Bist du gerade dabei, deine georgischen Wurzeln neu zu entdecken?

Katie: Definitiv! Ich wollte schon immer eine Platte machen, die mich nach Hause bringt. Immer, wenn ich nach Georgien fahre und dort die Häuser, Bäume und Menschen sehe, überkommen mich ganz andere Gefühle als in England, wo ich seit Langem lebe. Ich bin in Georgien geboren und dort ist und bleibt meine Heimat. Und da es bei Musik vor allem um Gefühle geht, liegt mir das Projekt mit dem Frauenchor aus Gori besonders am Herzen.

Interview von Olaf Neumann

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